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Unternehmen & Management

Klimawandel könnte Unternehmen bis zu einer Billion Dollar kosten

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Risiken durch den Klimawandel könnten die weltweit größten Unternehmen noch teuer zu stehen kommen. Laut einer aktuellen Umfrage des Carbon Disclosure Project (CDP) schätzen allein 215 führende Konzerne die Risiken auf mehr als 970 Mrd. US-Dollar. Dabei könnte ein Großteil der Kosten schon in den kommenden fünf Jahren anfallen, heißt es weiter.

So müssen einige der befragten Großkonzerne - darunter Unternehmen wie Apple und Microsoft, Lebensmittelriese Nestlé, Chemiegigant BASF, Bayer, die Allianz, BMW oder auch Adidas - künftig auf fossile Brennstoffe verzichten müssen, weil diese voraussichtlich mit hohen CO₂-Preisen belastet und so unrentabel werden könnten. Andere müssen mit erheblichen Schäden durch Stürme, Überschwemmungen und andere Wetterextreme rechnen.

 

Zudem sehen viele Unternehmen aufgrund erwartbarer höherer Preise für die Emission von Treibhausgasen und damit einhergehender gesetzlicher Regulierungen mit teils erheblichen Mehrkosten von bis zu 500 Mio. US-Dollar. Dazu kommen wahrscheinlich noch hohe Abschreibungen als Folge des Wertverlustes von Geschäften, die vom Klimawandel und der zunehmenden Regulierung betroffen sind und nicht mehr rentabel betrieben werden können.

 

Allerdings erwarten viele Unternehmen im Gegenzug auch wachsende Chancen durch den Klimawandel - vor allem durch die Entwicklung neuer klimafreundlicher Technologien, wie zum Beispiel die Elektromobilität. Dabei verspricht sich vor allem die Finanzbranche viel von Investments in emissionsarme Unternehmen. Laut Studie werden die möglichen Gewinne auf bis zu 2,1 Billionen US-Dollar beziffert.

 

Bereits Anfang des Jahres konstatierte der Global Risk Report des Weltwirtschaftsforums (WEF), dass das Klima und seine Einflüsse sowie Cyberbedrohungen und technische Risiken  den Unternehmenslenkern aktuell die größten Sorgen bereiten. Außerdem erwartet die große Mehrheit der Entscheider in diesem Jahr neben steigenden geopolitischen und ökonomischen Risiken eine weitere wirtschaftliche Konfrontation zwischen den Großmächten. Dazu zählen laut Report der Verlust der Artenvielfalt, extreme Wetterereignisse, das Scheitern in Bezug auf die Bekämpfung des Klimawandels und die Anpassung an den Klimawande. Dazu kommen durch den Menschen verursachte Katastrophen und Naturkatastrophen.

 

Zudem bereiten diese Risiken auch erhebliche Probleme für die Infrastruktur der Städte und ihre Entwicklung. Mit steigendem Meeresspiegel stehen vielen Städten enorme Kosten bevor, um Probleme wie sauberes Grundwasser bis hin zu Supersturm-Barrieren zu lösen, heißt es im aktuellen Report. Sollte nicht ausreichend in kritische Infrastrukturbereiche wie Transport investiert werden, könne es zu systemweiten Zusammenbrüchen kommen. Zudem könnten sich damit zusammenhängende Risiken in Bezug auf Gesellschaft, Umwelt und Gesundheit verschärfen, warnen die Experten.

 

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch der aktuelle Risikobarometer des Industrieversicherers AGCS.

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