Gregor von Deuten, Investment Principal, Coller Capital, London
Gregor von Deuten, Investment Principal, Coller Capital, LondonQuelle: Coller Capital
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Global Private Equity Barometer: Investitionen erfordern mehr Aufwand

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Zwei Drittel der Investoren sind grundsätzlich bereit, Entscheidungen von General Partners zum Verkauf von Beteiligungen an Managementgesellschaften zu unterstützen. Voraussetzung ist allerdings, dass der "Generationswechsel im Unternehmen" erleichtert oder die "Ressourcen gestärkt werden", die der Manager auf seinen Markt konzentriert. Dies ist eine Schlussfolgerung der 30. Ausgabe des Global Private Equity Barometer von Coller Capital.

Im Gegensatz dazu hält es nur ein Drittel der Limited Partners (LPS) für richtig, wenn ein Manager Anteile an seiner Managementgesellschaft verkauft, um Eigenanlagen zu finanzieren oder neue Produkte auf den Markt zu bringen.

 

Mehr Aufwand ist nötig

 

Das Barometer zeigt, dass Investitionen in die Anlageklasse Private Equity immer höhere Ansprüche an die Investoren stellen. Zwei Drittel der Limited Partner weisen auf eine höhere Arbeitsbelastung als noch vor fünf Jahren hin, und viele Aspekte des Private-Equity-Portfoliomanagements erweisen sich als herausfordernder. Drei Viertel der LPs verbringen mehr Zeit mit Management und Verwaltung ihrer Portfolios, drei von fünf mit der Prüfung möglicher Gelegenheiten für Co-Investitionen.

 

"Die Starrheit, die die Anfänge der LP-GP-Beziehungen kennzeichnete, ist verschwunden", kommentiert Jeremy Coller, Chief Investment Officer von Coller Capital. "Investoren vertiefen ihre Partnerschaften mit einzelnen Managern und werden bei der Verwaltung ihrer Portfolios deutlich proaktiver. Der Nachteil für die LPs selbst ist, dass auch ihre Arbeitsbelastung in fast allen Bereichen immer größer wird."

 

Environment Social Governance (ESG) Themen werden bei Investitionsentscheidungen in der Anlageklasse Private Equity immer wichtiger, aber die uneinheitliche Verwendung des Begriffs "ESG" ist dabei nicht hilfreich. Die Mehrheit (60 Prozent) der LPs glaubt, dass die zunehmende Unklarheit dieses Konzepts zu Problemen für die Investoren geführt hat oder dies in Zukunft der Fall sein wird.

 

Das Interview

 

Anlässlich des  Global Private Equity Barometer hat VWheute mit Gregor von Deuten, Investment Principal, Coller Capital, London gesprochen.

 

VWheute:  Alternative Anlagen stehen laut Barometer derzeit weiterhin hoch im Kurs: Worin sehen Sie die Gründe für das anhaltende Interesse?

Gregor von Deuten: Ungefähr die Hälfte der Investoren, die am Barometer teilgenommen haben, erwarten, dass ihre Institutionen innerhalb der nächsten 10 Jahre mehr als 20 Prozent ihres Kapitals in Alternativen Anlagen investiert haben werden. Eine ähnliche Zahl erwartet für denselben Zeitraum, mehr als 10 Prozent ihres Kapitals in Private Equity investiert zu haben. Für Investoren sind insbesondere die über die letzten Jahre hinweg robusten Renditen von Private Equity als Anlageklasse interessant. Aus unserer Umfrage geht hervor, dass der überwiegende Teil der von uns befragten Institutionen hier jährliche Renditen von 11 Prozent und mehr für ihre Portfolios erzielt hat.

VWheute: Welche Bedeutung haben alternative Anlagen für die Versicherungsbranche im allgemeinen und die Versicherer – insbesondere Lebensversicherer – im speziellen?

Gregor von Deuten: Durch die langfristige Ausrichtung der Fonds hat Private Equity innerhalb der Kategorie Alternative Anlagen eine besondere Attraktivität für Versicherungen. Typischerweise hat ein Private-Equity-Fonds eine Laufzeit von zehn Jahren, was gut zu den längerfristigen Verbindlichkeiten von Lebensversicherungen passt.

VWheute: Laut jüngstem Barometer weckt auch die Raumfahrttechnologie allmählich das Interesse der Investoren: Worin sehen Sie die Gründe dafür und wie können die Versicherer davon profitieren?

Gregor von Deuten Raumfahrttechnologie ist eine Industrie mit hohen Wachstumserwartungen für die kommenden Jahre. Es wird erwartet, dass privates Kapital eine stärkere Rolle in der Entwicklung dieser Industrie einnehmen wird, während die Kosten zunehmend sinken. Auch wenn heute noch viele Investitionen in die Raumfahrt in den Bereich von Venture Capital und damit in eine höheren Risikokategorie eingeordnet werden, zeigt zum Beispiel die Satellitenindustrie, dass Renditen in der Raumfahrt auch von längerfristiger Natur mit stabilen Erträgen sein können.

Coller Capital · Private Equity Barometer · Private-Equity
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