Gerald Archangeli
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Archangeli: "Vermittler wollen von den Versicherern keinen Zuschuss"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Gerald Archangeli will von den Versicherern keine Almosen. Der Vizepräsident des Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) ist überzeugt, dass der Vermittler sein Geld selbst verdienen will. In einem Zeitungsinterview spricht er über die Probleme des Berufsbildes Versicherungskaufmanns, den Provisionsdeckel und warum Beratung Geld kosten muss.

"Vermittler ist kein Traumberuf, bei der Beliebtheit liegt er hinter dem Steuerfahnder", stellt der BVK-Vize im Interview mit der Frankfurter Rundschau fest. Zudem hätte das Berufsbild ein demografisches Problem, das führe zum Rückgang in den Vermittlerzahlen, der seit einiger Zeit zu beobachten ist.

 

Ein weiteres Problem ist das Geld. Aktuell seien Lebensversicherungen und Altersvorsorge "wenig attraktiv", sowohl für die Kunden wie auch die Vermittler. Diese müssten bis zum Abschluss "viel mehr beraten als in der Vergangenheit".

 

Wollen keine Geschenke von den Versicherern

 

Wenig überraschend lehnt er den Provisionsdeckel ab, da es "falsch ist", wenn der Gesetzgeber "in den Markt eingreift". Für ihn ist klar, dass "Beratung Geld kosten muss". Im Durchschnitt würden gebundene Vermittler derzeit pro abgeschlossene Versicherung zwei Prozent Provision bekommen.

 

Beratung sei nötig, weil man zur Altersvorsorge "motiviert werden muss". Seiner Meinung nach würde "weniger Beratung zu weniger privater Altersvorsorge führen".

 

Almosen in Form von mehr Festanstellungen seitens der Versicherer lehnt Archangeli ab. "Wir wollen unser Geld selbst verdienen". Die meisten Vermittler arbeiten selbstständig und "wir wollen es auch nicht anders".

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