Burnout
BurnoutQuelle: Martin Müller / PIXELIO (www.pixelio.de)
Politik & Regulierung

WHO definiert Burnout erstmals als Krankheit

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihren internationalen Katalog der Krankheiten auf den neuesten Stand gebracht. Dabei haben die Experten erstmals auch Burnout als Krankheit anerkannt. Demnach resultiere das Gefühl des Ausgebranntseins aus chronischem Stress am Arbeitsplatz, der unter anderem zu einer negativen Einstellung zum Job und geringerer Leistungskraft führen könne, heißt es in der WHO-Definition.

Dabei benennen die Experten der Weltgesundheitsorganisation insgesamt drei Aspekte im Zusammenhang mit Burnout: ein Gefühl von Erschöpfung, eine zunehmende geistige Distanz oder negative Haltung zum eigenen Job sowie ein verringertes berufliches Leistungsvermögen. Zudem weise die WHO laut einem Bericht von Spiegel Online darauf hin, dass der Begriff Burnout ausschließlich im beruflichen Zusammenhang und nicht "für Erfahrungen in anderen Lebensbereichen" verwendet werden sollte. Bislang wurde das Symptom nur auf "Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung" reduziert.

 

Ebenfalls neu im Katalog sind auch die Video- und Onlinespielsucht. Davon spricht man laut WHO, wenn ein Mensch über mehr als zwölf Monate alle anderen Aspekte des Lebens dem Spielen unterordnet. Ärzte und Krankenversicherer orientieren sich an der Klassifikation, um beispielsweise darüber zu entscheiden, ob die Kosten einer Therapie übernommen werden. Der neue Katalog soll voraussichtlich ab Januar 2022 die alte Liste ablösen. Ein konkreter Zeitpunkt für die Einführung in Deutschland steht laut Spiegel Online allerdings noch nicht fest.

 

Das psychische Erkrankungen auch für BU-Versicherer immer mehr zu einem Problem werden, zeigte jüngst eine aktuelle Studie der Swiss Life Deutschland. Demnach sind psychische Leiden über viele Berufsgruppen hinweg seit Jahren auf dem Vormarsch und die Ursache Nummer eins für eine Berufsunfähigkeit (BU). Dabei sind Frauen deutlich stärker davon betroffen als Männer. Demnach sind psychische Erkrankungen wie Burn-out, Depressionen und Angststörungen sind mittlerweile mit 37 Prozent die häufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit, also dem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Berufsleben. An zweiter Stelle stehen Erkrankungen des Bewegungsapparats mit 24 Prozent, gefolgt von Unfällen mit knapp 14 Prozent. Es folgen Krebs mit neun Prozent, Herz-/Kreislauferkrankungen mit acht Prozent und mit jeweils vier Prozent als BU-Ursachen Innere bzw. sonstige Krankheiten. 

WHO · Burnout · Berufsunfähigeit
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