Moderator Herbert Fromme, Steve Arora, Dr. Doris Höpke, Axel Flöring, Dr. Christoph Lamby (v.l.n.r.)
Moderator Herbert Fromme, Steve Arora, Dr. Doris Höpke, Axel Flöring, Dr. Christoph Lamby (v.l.n.r.)Quelle: Monika Lier
Märkte & Vertrieb

Rückversicherer hoffen weiter auf Preissteigerungen

Von Monika LierTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Preise für Rückversicherung steigen in einigen Bereichen, aber keineswegs auf breiter Front. Die Auskömmlichkeit der Prämien, nicht zuletzt auch für Cyber-Risiken, waren einmal mehr Gegenstand des Kölner Rückversicherungs-Symposium der TH Köln. Nach dem Taifun "Jebi" im letzten Herbst hätten sich in Japan die Prämien bei schadenfreien Programmen um fünf und bei schadenbetroffenen um 25 Prozent verteuert, berichtete Stefan Materne.

Das gebe für die Renevals Hoffnung. Er erinnerte daran, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (Bafin) für den Nichtlebens-Bereich der Rückversicherer eine Marktanalyse zur Prämiensituation angekündigt hat. Ob und welche Maßnahmen der Untersuchung der Auskömmlichkeit der Prämien folgen werden, ist bislang offen.

 

Christoph Lamby, CEO der R+V Rück, stimmte zu, dass "gewisse" Rückversicherer vor allem bei schadenbetroffenen Accounts höhere Preise hätten durchsetzen können und es zu einer Verhärtung am Markt gekommen sei. Diese sei aber teilweise auch von den Börsen getrieben worden. "Wir sehen Zeichen, die wir gut finden", äußerte sich auch Doris Höpke, Vorständin der Munich Re.

 

Japan kein Rollenmodell

 

Gleichwohl stehe die Entwicklung in Japan nicht für einen weltweiten Trend, da die Märkte nicht homogen seien. "Die Situation in UK und der Karibik war stabil." Den durchgehenden Zyklus gebe es nicht mehr. Sie erwartet nicht, dass sich an den Überkapazitäten im Markt etwas ändert. Die Investoren ließen sich durch große Schäden nicht erschrecken und wenn doch, würden Investorengelder bei den ILS leicht durch neue ersetzt. Michael Stahel, Partner bei der LGT ILS, berichtete, dass das extreme Schadenjahr 2017 die Stimmung bei den ILS-Investoren nicht verdorben habe. Er fürchte vielmehr eine Folge von Jahren mit mittelgroßen Ereignissen wie 2018. "Wenn sich das fortsetzt, dann könnte es sein, dass die Investoren nicht mehr glauben, dass ILS funktioniert", sagte er.

 

Vor allem die Rückversicherungspreise für Cyberrisiken gelten als noch zu gering – und dies vor allem, weil es an der Schadenhistorie fehlt. "Das Risiko ist so groß und die Prämie so klein", sagte Steve Arora, CEO der Axis Re. "Cyber benötigt eine Preiskorrektur, dafür braucht es noch ein paar große Knaller", meinte Lamby. Die R+V-Gruppe sei bei Cyber "extrem zurückhaltend": Bei der Rückversicherung gebe es keine "stand alone-Lösungen" und in der Erstversicherung nur "sehr geringe Deckung".

 

Lamby erwartet aber, dass Cyber-Risiken peu à peu versicherbar werden. "Es kann jedem, der Neuland betritt, passieren, dass er auf dem falschen Fuß erwischt wird, deshalb dossieren wir die Risiken. Wir versichern nicht wenige Große, sondern SMI. Und gewisse Risiken halten wir für nicht versicherbar", sagte Höpke. Die Münchener Rück ist seit rund acht Jahren im Cyber-Risk-Markt unterwegs. "Bisher läuft es gut", sagte Höpke, betonte aber auch, dass die Risikokontrolle beispielsweise hinsichtlich Kumule extrem wichtig sei.

 

Axel Flöring, Geschäftsführer, Guy Carpenter DACH, hält es für die größere Katastrophe, wenn die Rückversicherer sich der Herausforderung des Cyber-Marktes nicht stellen würden. Auch die Makler seien gefordert, hier beizutragen. Seiner Einschätzung zufolge "sind die Kapazitäten und das Know-how da. Ich glaube nicht, dass uns hier die Experten ausgehen. Die Branche bekommt auch viele große Deckungen platziert. Ein Großteil des Marktes tastet sich an dieses Risiko heran."

Munich Re · Rückversicherungen · Probleme in Rückversicherungsunternehmen · Prämienerhöhung
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