Knud Maywald
Knud MaywaldQuelle: Öffentliche Versicherung Braunschweig
Unternehmen & Management

Wieder ein gutes Jahr für die Öffentliche Braunschweig

Von Claudia Schmidt-WehrmannTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Öffentliche Versicherung Braunschweig, Marktführer in der Region, hat wie Vorstandschef Knud Maywald bei der Vorlage der Bilanz berichtete im Geschäftsjahr 2017 ein "qualitativ gutes" Ergebnis erzielt.

Zwar ist der Jahresüberschuss der Gruppe aus Sach- und Lebensversicherung deutlich auf 18,8 (Vorjahr: 28,8) Millionen Euro gesunken, doch dafür wurden zwei plausible Gründe geliefert. Zum einen fielen nach den Rückzahlungen im Vorjahr wieder normale Steuerabgaben an, zum anderen verminderten sich die Kapitalanlagenerträge, weil wegen den geringeren Zuführungen zu der Zinszusatzreserve kein Tafelsilber mehr zulasten der Substanz veräußert werden musste.

 

 

Abseits der Zahlen war 2018 für Maywald aber mit Blick auf die Strategie des Unternehmens auch ein ereignisreiches Jahr. Der in die Wege geleitete Transformationsprozess mit den Schwerpunkten Digitalisierung, Einstellung auf verändertes Kundenverhalten und Reformation der inneren Organisation durch die Schaffung neuer Strukturen und Verschlankung soll die Zukunftsfähigkeit der Öffentlichen sichern. Die durch viele neue Kräfte verjüngte Führungsmannschaft hat laut Maywald eine Aufbruchstimmung geschaffen. Aufgeteilt wurde die Organisation in eine operative Sparte, die das laufende Geschäft betreut und in eine mittel- und langfristig ausgerichtete Sparte "strategy change".

 

Letztere soll sich mit der besseren Nutzung des wertvollen Datenmaterials, mit der Digitalisierung und der Gewinnung junger Kunden vor dem Hintergrund einer schrumpfenden Bevölkerung durch neue Produkte und Kommunikationswege befassen. Kein Ziel ist es laut Maywald, das Personal abzubauen, denn auch junge Leute wollten vor Vertragsabschluss eine persönliche Beratung.

 

Beiträge und Verzinsung

 

Die Beitragseinnahmen der Gruppe haben sich im vergangenen Jahr um 1,2 Prozent auf 411,5 Mio. Euro erhöht. Dazu steuerte die Sachversicherung ein Plus von 2,9 Prozent auf 266,0 Mio. Euro bei. Die Lebensversicherung dagegen schrumpfte weiter um knapp 2 Prozent auf 145,5 Mio. Euro; vor fünf Jahren hatte das Volumen noch mehr als 200 Mio. Euro betragen. Da sich die Öffentliche, wie Maywald betont, eine klassische Rentenversicherung mit Garantiezins leisten kann, entfallen auf diese immerhin noch knapp 60 Prozent der Neuverträge. Ihre Gesamtverzinsung liegt bei durchaus attraktiven 3,55 Prozent.  

 

Eine bilanzielle Herausforderung sind für Maywald vor dem Hintergrund der Niedrigzinsen die Pensionszahlungen. Zu ihrer Sicherstellung durch Rückstellungen seien jährlich 20 Mio. Euro nötig. Und die müssten erst verdient werden. Aufgrund ihrer seit Jahren erfolgreichen Kapitalanlagestrategie, die zwar nicht ganz so stark wie im Vorjahr, aber immer noch im Gegensatz zur Branche auch auf Aktien baut, konnten laut Maywald fast immer Reserven gebildet werden. Die Nettorendite der Kapitalanlagen der Gruppe lag 2018 trotz der geringeren Gewinnrealisierungen und der rückläufigen Aktienkurse bei im Vergleich zum Markt stattlichen 4,1 (4,7) Prozent.

 

In der Sachversicherung haben sich die Leistunen für Versicherungsfälle auf 182,1 (179,0) Mio. Euro erhöht. Zu dem Anstieg trug vor allem der Sturm "Friederike" am Jahresanfang bei. Übers Jahr verteilt gab es auch deutlich mehr Großschäden, zum einen durch Brände in Industrieanlagen, zum anderen durch die große Dürre in der Landwirtschaft. Immerhin hat die Öffentliche bezogen auf die Kunden einen Marktanteil von 37,1 Prozent in ihrem Stammgebiet. Die Schaden-/Kostenquote hat sich trotz der Großschäden auf 96,6 (99,9) Prozent verringert. Die Bestandsbereinigung in der Kfz- und Wohngebäudeversicherung in den vergangenen Jahren zahlt sich also aus. 

 

In der Lebensversicherung fallen die um fast 14 Prozent gestiegenen Versicherungsleistungen auf. Zurückzuführen ist dies auf das Produkt Top-Zins-Tresor, bei dem der Kunde 100.000 Euro für fünf Jahre anlegte. Erhofft hatte sich die Öffentliche nach Ablauf eine Verrentung der Summe. Dabei spielten die Kunden aber nicht mir, sie haben sich das Geld auszahlen lassen. Ein Schaden für die Versicherung war dies allerdings nicht, denn mit dem Geld des Tresors hat sie bei der Anlage mehr verdient als es sie an Zinsen für die Sparer gekostet hat.

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