Guido Bader, Sarah Zinnecker und Axel Kleinlein (v.l.n.r.)
Guido Bader, Sarah Zinnecker und Axel Kleinlein (v.l.n.r.)Quelle: Monika Lier
Märkte & Vertrieb

BdV: Aktuare müssen bei Provisionsexzessen eingreifen

Von Monika LierTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der für die Lebensversicherung geplante Provisionsdeckel stößt aus unterschiedlichen Gründen auf Missfallen. Dies zeigte sich am Montagabend bei einer Veranstaltung der Süddeutschen Zeitung. Guido Bader, Vorstand der Stuttgarter Lebensversicherung a.G., sagte: "Die IDD gibt der Aufsicht genug Handlungsspielraum." Er fürchtet, dass der vorgelegte Gesetzentwurf, die Komplexität in der Lebensversicherung weiter erhöht und zudem laufende Vergütungen benachteiligt würden.

Für den Axel Kleinlein, Sprecher des Vorstands Bund der Versicherten e.V., ist der „Provisionsdeckel in der Höhe jenseits von Gut und Böse“. Bekanntlich fordert der BdV, den Provisionsdeckel nicht bei 2,5 Prozent der Beitragssumme anzusetzen, sondern bei 1,5 Prozent und auf die beabsichtigte Möglichkeit, die Vergütung bis zu vier Prozent für qualitativ gutes Geschäft zu erhöhen, zu verzichten. "Da die Branche es nicht geschafft hat, sich selbst zu steuern und ihre Provisionsexzesse in den Griff zu bekommen, muss nun von der Politik eingegriffen werden“, so Kleinlein. Er sieht aber auch die Aktuare in der Pflicht. "Ein Aktuar muss bei besonders hohen Provisionen auch sagen, da fühle ich mich unwohl", so Kleinlein. Eine Spitze, die Bader, der unlängst zum Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Aktuarvereinigung gewählt worden ist, nicht aufgriff. 

 

Auch die im Podium mitdiskutierende Sara Zinnecker, Redakteurin Finanztip Verbraucherinformation gemeinnützige GmbH, lehnte die Deckelung der Provisionen ab. Sie fordert insgesamt mehr Transparenz bei Kosten und Leistungen für alle Produkte, so dass der Verbraucher entscheiden kann, wie er sein Vorsorgeziel erreichen kann. Bader dagegen: "Dazu soll man der IDD jetzt einmal eine Chance geben". Es habe mit dem VVG-Infoblatt, dem Priips Kid etc. ja bereits verschiedene Lösungen gegeben. "Eine schlechter gemacht als die andere." Kleinlein sagte, dass die Kreativität der Aktuare sehr groß sei, Transparenzanforderungen zu umschiffen und Kosten so zu gestalten, dass sie man sie „nicht so gut sehen kann“. Bader gab zu, dass es Produkte im Markt gebe, die er "spontan nicht kaufen wolle" und, dass viele Möglichkeiten genutzt würden. Die Wahrheit liege aber in der Mitte.

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