TK-Safe setzt Markt unter Druck
TK-Safe setzt Markt unter DruckQuelle: TK
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Gesundheitsakte der TK setzt Markt unter Druck

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die TK schaltet auf Digitalität. Nach über einem Jahr Beta-Test hat die Techniker Krankenkasse ihre digitale Krankenakte scharf gesetzt und setzt als größte deutsche Krankenkasse mit TK-Safe den Markt unter Druck. Der ist derweil so übersichtlich wie ein Where's Waldo Bild.

Die Politik hat es in über zwei Jahrzehnten nicht geschafft, eine einheitliche Gesundheitsakte am Markt zu platzieren. Daher arbeitet jede Kasse für sich, was zu einer Vielzahl an Angeboten führt. Die AOK hat bereits angekündigt, zeitnah ein eigenes Angebot zu platzieren, andere Kassen wie die Barmer wollen folgen.

 

Gegen das "jeder für sich Prinzip" hat sich Vivy geformt, eine Kooperation von gesetzlichen und privaten Gesundheitskassen. Immerhin 26 gesetzliche und vier private Kassen nutzen die "digitale Gesundheitsakte mit persönlicher Assistentin". Das Angebot hatte sofort mit massiver Kritik zu kämpfen, Datenexperten liefen Sturm und kritisierten den Datenschutz der Versicherten als ungenügend.

 

Viele Anbieter, viel Wettbewerb

 

Genau diesen Fehler wollte die TK nicht machen und setzt auf ein Bündel an Sicherheitsmaßnahmen. TK-Safe erreicht der Nutzer beispielsweise nur über die TK-App im Rahmen einer sogenannten 2-Faktor-Authentifizierung. Diese zwei Faktoren sind die Gerätebindung, also Smartphone) und Ihr persönliches Passwort, Touch oder Face ID.

 

Die Daten des Patienten sollen im Falle eines Wechsels zum neuen Anbieter mitgenommen werden können, darauf hat der Patient einen Anspruch. Ob die Vielzahl der unterschiedlichen Anbieter und Angebote dabei hilfreich ist, darf bezweifelt werden.

 

Auf die Anbieter von PKV und GKV darf dabei niemand ärgerlich sein, die Unternehmen reagieren nur darauf, dass es das Gesundheitsministerium nicht geschafft hat, eine Lösung für die Patienten zu entwickeln.

 

Das sehen auch die privaten Krankenversicherer so: "Der PKV-Verband setzt beim Thema Digitalisierung auf die Kraft des Wettbewerbs. Die dynamische aktuelle Entwicklung mit zahlreichen Neugründungen und Kooperationen bestätigt dies, der Wettlauf um die besten und kundenfreundlichsten Lösungen ist offenkundig in vollem Gange. Welche Lösungen die einzelnen Versicherungen anbieten und welche Kooperationen sie ggf. dazu eingehen, entscheiden die jeweiligen Unternehmen im Wettbewerb." Dem würde wohl auch die TK zustimmen.

 

Probleme bei der Abrechnung

 

Reibungslos funktioniert die Digitalität in der Praxis noch nicht. Die Abrechnungsdaten der Ärzte kommen oft erst spät bei den Kassen an, Abhilfe sollen Vereinbarungen mit Ärzten und Kliniken liefern. Im Ergebnis könnten Befunde direkt aus der Software des Gesundheitsdienstleisters auf das Smartphone der Nutzer geschickt werden. Doch das gestaltet sich schwierig, laut FAZ sind selbst bei der großen TK et­wa nur je­de zehn­te Praxis mit der Akte vernetzt. Bei den Kliniken sind es rund fünf von 2000. Es ist also noch viel zu tun.

 

Wie die Kliniken und Praxen ihre Software so gestalten wollen, dass sie mit allen Lösungen der vielen Anbieter kompatibel ist, ist eine interessante Frage für die Zukunft.

 

Denn das noch weitere Angebote kommen werden, ist sicher. Vom Jahr 2021 an müs­sen al­le Kas­sen ei­ne elek­tro­ni­sche Pa­ti­en­ten­ak­te im Angebot haben. 

Techniker Krankenkasse · GKV · PKV · Elektronische Gesundheitsakte
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