Der Informatikprofessor und einer der drei Söhne des Juristen und berühmten Versicherungshistorikers Prof. Peter Koch, Prof. Wolfgang Koch vor dem neu eingerichteten Portraitfoto seines Vaters im Deutschen Versicherungsmuseum Ernst Wilhelm Arnoldi in Gotha.
Der Informatikprofessor und einer der drei Söhne des Juristen und berühmten Versicherungshistorikers Prof. Peter Koch, Prof. Wolfgang Koch vor dem neu eingerichteten Portraitfoto seines Vaters im Deutschen Versicherungsmuseum Ernst Wilhelm Arnoldi in Gotha.Quelle: ak
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Deutsches Versicherungsmuseum Ernst Wilhelm Arnoldi ehrt Prof. Koch

Von Alexander KasparTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Am 18. Mai 2009 wurde an traditionsreicher Stelle in Gotha das Deutsche Versicherungsmuseum Ernst Wilhelm Arnoldi gegründet. In den historischen Vorstandsräumen der Gothaer Versicherung finden geschichtsinteressierte Besucher seitdem Exponate aus zweihundert Jahren Versicherungswirtschaft in Deutschland. Neben uralten Urkunden und Dokumenten widmet sich der Förderverein des Museums auch aktuellen Themen der Branche. Zum zehnjährigen Jubiläum wurde nun am Wochenende eine neue Ausstellung eröffnet. Gleichzeitig wurde der vor vier Jahren in Aachen verstorbene renommierte Versicherungshistoriker Prof. Peter Koch geehrt.

Mehr als 14.000 Besucher haben in den vergangenen zehn Jahren den Weg in das lichtdurchflutete Foyer und in die beeindruckenden Vorstandsräumlichkeiten der Gothaer Versicherung in der Bahnhofstr. 3a gefunden, wie Horst Gröner vom Förderverein Deutsches Versicherungsmuseum E.W. Arnoldi e.V. im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten nicht ohne Stolz berichtete. Von alten Emailleschildern über Rechenapparate, Ölgemälde und historische Unternehmensdevotionalien bestehender wie längst untergegangener Assekuranzen wird im Herzen Gothas auf zwei Ebenen die Entwicklung der Deutschen Versicherungswirtschaft nachgezeichnet. Im Mittelpunkt steht dabei das Wirken Ernst Wilhelm Arnoldi, der nicht nur Namensgeber des Hauses, sondern mit seiner Begründung einer Feuerversicherungsbank am Ort 1820 und einer ersten Lebensversicherungsgesellschaft sieben Jahre später ebenda, als "Vater des deutschen Versicherungswesens" gilt. Unter der Sponsorenschaft der SV Sparkassenversicherung, der Ideal Versicherung, der Gothaer, dem GDV sowie der Stadt Gotha, die sich zum Jubiläum mit einer kleinen Spende erkenntlich zeigte, konnte nun eine neue Sonderausstellung eröffnet werden. Bis Ende August dreht sich in den altehrwürdigen Hallen ab sofort alles um das Thema "Telefonkarten erzählen Versicherungsgeschichte".

 

1983 gab die Deutsche Bundespost Telekom (später Telekom AG) die ersten Telefonkarten aus. Parallel wurden mit Hologrammkarten, Lochkarten, Magnet- oder Chipkarten auch alternative Medien getestet. Bereits 1998 wurde die fünfhundertmillionste Telefonkarte verkauft. Und natürlich nutzten auch Versicherungsunternehmen die Telefonkarte als Werbemedium und gestaltete die Karten mit höchst unterschiedlichen Motiven, wie in der Ausstellung heute verfolgt werden kann. Wahrscheinlich erschien 2006 die letzte Telefonkarte mit Werbung für eine Versicherungsagentur, wie der Leihgeber und zweite Vorsitzende des Fördervereins, Thomas Benkel erläuterte. Heute sind die Karten Geschichte und für Sammler von großem Interesse, denn die Vielfalt der grafischen Gestaltungen auf den gerade scheckkartengroßen Werbeflächen war immens. Wenn also ein Versicherungsunternehmen noch alte Telefonkarten im Bestand haben sollte, weiss man nun wohin man sich wenden kann.

 

Neben der Ausstellungseröffnung stand an diesem Tage in Gotha aber eine andere Persönlichkeit aus der Welt der Versicherung im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit: Der am 13. August 2015 im Alter von 80 Jahren in Aachen verstorbene ehemalige Vorstandsvorsitzende der Aachener Rückversicherungs-Gesellschaft AG, Versicherungshistoriker, Jurist und Autor zahlreicher Bücher, Studien und Aufsätze, Prof. Dr. Peter Koch. In seiner Laudatio würdigte dessen Sohn Prof. Wolfgang Koch aus Bonn das Wirken seines Vaters in einem Vortrag mit der Überschrift "Sicherheit als universelles Bedürfnis. Ein Blick aus der Informatik in Memoriam Peter Koch". Gleichzeitig nutzte die Familie Koch das zehnjährige Jubiläum des Museums, den Betreibern vor Ort den versicherungsrelevanten Nachlass des Vaters für Forschungs- und Ausstellungszwecke zu überlassen. Als jüngsten Neuzugang findet sich dessen Portrait heute in der großen Ahnengalerie der "Versicherungsgrößen" aus zwei Jahrhunderten. Im exklusiven Interview mit VWheuteTV antwortet Prof. Wolfgang Koch, seines Zeichens selbst in der Disziplin Informatik habilitiert, auf die Frage, welchen Stellenwert und welche Botschaften sich mit dem Wirken seines Vaters auf die Branche verbinden, sowie die Herausforderungen, denen sich die Versicherungswirtschaft in Zeiten der Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz und Cyber ausgesetzt sieht. Abschließend erläuter Koch die verblüffenden Parallelen zwischen "Autonomen Fahren" und Waffensystemen. Hier das Interview in ganzer Länge.

Deutsches Versicherungsmuseum
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