Akte - der elektronische Bruder soll den Ordner ablösen. IBM weiß wie.
Akte - der elektronische Bruder soll den Ordner ablösen. IBM weiß wie.Quelle: Tim Reckmann / www.pixelio.de / PIXELIO
Märkte & Vertrieb

Plattformen als Katalysatoren der Digitalisierung und Innovation in der Versicherungsbranche

Von Roland FritzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Immer wieder ist sie Thema: die elektronische Gesundheitsakte. Der Gesundheitsminister Jens Spahn fordert elektronischen Zugang zu Patientendaten vehement und will eine Lösung voranbringen. Vielleicht hätte er einmal bei IBM anfragen sollen, die sind dank jahrelanger Arbeit bereits weiter. Ronald Fritz ist Partner und Executive IT Architect bei der Unternehmensberatung IBM Global Business Services.

Die digitale Transformation bei unseren Kunden im Gesundheitswesen und bei den Krankenversicherungen startete nicht erst in dieser Dekade. Bereits ab 2008 / 2009 investierte die IBM in die Ablösung des papiergebunden Dokumenten- und Datenaustausches zwischen Ärzten und Leistungserbringern auf der einen Seite und den Versicherungsunternehmen und versicherten Bürgern auf der anderen. So etablierte sich eine zentrale Austauschplattform (ISH - Insurance Service Hub), mit der täglich tausende Abrechnungsdokumente digital und verschlüsselt ausgetauscht, im Kontext der AMNOG Gesetzgebung umfangreiche Medikament-Informationen von allen Apothekenrechenzentren zu PKV-Unternehmen bereitgestellt und die digitale Kommunikation von Versicherten und Beihilfeempfängern mit ihrer Krankenkasse etwa zur Einreichung von AU-Bescheinigungen, Rechnungen oder Formularen sicher und unter Nutzung mobiler Anwendungen ermöglicht wurde.

 

Wurde einmal die Verbindung zwischen den Parteien im Sinne eines digitalen Ökosystems aufgespannt, lag es auf der Hand, die Kommunikationsplattform zu einer Plattform mit Mehrwertdiensten für die Beteiligten des Ökosystems zu erweitern. Seitens IBM fokussierten wir initial auf Dienste wie die sichere Datenhaltung von Kundendokumenten in Deutschland, Fachdienste wie die semantische Analyse von Diagnosetexten bis hin zur automatisierten, fabrikartigen Verarbeitung aller Posteingangsdokumente von Versicherungsunternehmen.

 

Bereits etabliert

 

Mittlerweile hat sich die Gesundheitsplattform der IBM als ein zentrales Serviceelement im deutschen Gesundheitsmarkt etabliert. Wir stellen hier unter anderem die elektronische Gesundheitsakte (eGA) sowie die elektronische Patientenakte (ePA) für Bürger, Krankenversicherungen und Ärzte bereit. Drei Elemente zeichnen diese Plattformservices aus: 1.) die sichere, verschlüsselte Datenhaltung in Deutschland für eine lebenslange Akte, 2.) die Bereitstellung eines wachsenden Portfolios an fachlichen Services, wie z.B. personalisierte Impf- und Vorsorgeempfehlungen, digitale Anamnese oder Cross-Medikationschecks und 3.) die umfangreiche und standardisierte Vernetzung mit vielen Partnern im Gesundheitswesen, sei es mit Krankenhäusern über IHE-Infrastrukturen, mit Arztpraxen über KV-Connect oder zukünftig über die Nutzung der Telematikinfrastruktur (TI).

 

Abstrahiert man von der konkreten Fachlichkeit, so lässt sich die Plattform als Microservices- Plattform einsortieren, die die Offenheit hinsichtlich der Einbindung von Services und Servicepartnern als ein wichtiges Designprinzip umsetzt. Wir siedeln hier Services aus der Geschäftsprozesswelt unserer Geschäftskunden und Versicherungsunternehmen an und bieten Drittanbietern eine sichere, stabile und hochverfügbare Ablaufumgebung. Es lassen sich in der Folge plattformbasierte Geschäftsmodelle ableiten, die sich primär über Transaktionsvolumina, die aktive Nutzung von Services oder Allokation von Ressourcen definieren.

 

Seitens IBM nutzen wir die Plattform zudem als zentrale, cloudbasierte DevOps-Umgebung zur beschleunigten Herstellung von Services, Lösungen und mobilen bzw. portablen Anwendungen für unsere Kunden. Diese steht in unseren Projekten, aber auch in organisationsübergreifenden Entwicklungspartnerschaften und als Angebot für diejenigen unserer Kunden zur Verfügung, die in ihrer Systemlandschaft keine eigene, moderne Entwicklungs- und Testumgebung vorhalten.

 

Was als konkrete Idee mit dem ISH begann, hat sich in wenigen Jahren zu einer offenen, zentralen wie breiten Serviceplattform innerhalb des Ökosystems Gesundheit weiterentwickelt. Damit diese Plattformreise erfolgreich fortgesetzt wird, bedarf es wie in der Vergangenheit der engen und produktiven Partnerschaft zwischen IBM und unseren Kunden als gemeinsame Geschäfts-, Ökosystem und Plattformpartner.
IBM · Roland Fritz · Patientenakte · Gastbeitrag
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