Patric Fedlmeier
Patric FedlmeierQuelle: Provinzial Rheinland
Unternehmen & Management

Fedlmeier: "Normale" Schadenjahre gibt es für uns nicht.

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Provinzial Rheinland blickt nach eigener Aussage auf ein "sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2018 zurück" - und das trotz Belastung durch Großschäden. Warum der Versicherer dennoch zufrieden ist und warum es für die Provinzial keine "normalen" Schadenjahre gibt, erläutert Vorstandschef Patric Fedlmeier im Exklusiv-Interview mit VWheute.

Wie haben Sie das Sachgeschäft trotz der Großschäden - vierfach höhere Schadenereignisse – stabil halten können? Bieten ihre Beiträge einen solchen Puffer?

Das Auf und Ab bei den Schäden haben wir durch Schwankungsrückstellungen und unsere Rückversicherungsprogramme gut im Griff. Hinzu kommt unsere sachgerechte Prämienpolitik.

Mit welchem Ergebnis rechnen Sie in der Sachversicherung in einem normalen Schadenjahr?

"Normale" Schadenjahre gibt es für uns nicht. In den letzten Jahren gab es verschiedenste Großschadenereignisse - etwa wegen Sturm, Hagel oder Starkregen. Es gibt auch Jahre, in denen alle paar Wochen eine bei uns versicherte Lagerhalle abbrennt. Darauf sind wir flexibel und gut vorbereitet.

Wie erklären sie sich den großen Anstieg in der Wohngebäudeversicherung, wie ist die Combined-Ratio in dieser Sparte und welchen Wert würden Sie gerne erreichen?

Der starke Prämienanstieg von 7,7 Prozent erklärt sich aus einem Mix verschiedener Faktoren. Zunächst haben viele Kunden zusätzliche Produktbausteine abgeschlossen, etwa für das Risiko "Starkregen". Hinzu kommen neben "normalem" Neugeschäft auch Beitragsanpassungen sowie Index-getriebene Erhöhungen. Die Combined Ratio betrug 98,7 Prozent - ein im Vergleich zu den Vorjahren sehr hoher Wert. Grund dafür sind die erheblichen Schäden in 2018. Gleichwohl liegt dieser Wert immer noch deutlich unter der Branchenquote von rund 106 Prozent. Mit unter 90 Prozent fühlen wir uns sehr wohl, das haben wir in den letzten Jahren mit einer Mischung aus Glück und Können mehrfach geschafft.

Das Lebensversicherungsgeschäft schwächelt, wie wollen sie gegensteuern und können sie den Abfall 2019 stoppen?

In 2019 sehen wir bislang ein starkes Neugeschäft, das deutlich über dem Vorjahresniveau liegt. Trotz allen Unkenrufen: Altersvorsorge wird immer wichtiger, das zeigen ja die regelmäßigen Berichte über Altersarmut. Daher werden wir unser Angebot ab diesem Frühjahr  weiter modernisieren - mit einem Produkt der "neuen Klassik", mit dem sich Jahr für Jahr das garantierte Vertragsguthaben erhöht.

Sie schreiben, dass das "Service-Angebot rund um das Zuhause des Kunden" erweitert werden soll, Stichwort: Provinzial Dienstleistungs-GmbH. Können Sie das näher erläutern?

Wir bieten unseren Kunden schon seit langem Service-Leistungen im Schadenfall an - zum Beispiel durch die Vermittlung von Handwerkern oder Dachdeckern. Diese Services bieten wir jetzt auch unabhängig von einem Schadenfall an. Wenn der Kunde zum Beispiel sein Bad sanieren oder sein Haus altersgerecht umbauen möchte, vermitteln wir über unseren neuen Dienstleister auch dafür Handwerker. Das ist in Zeiten des grassierenden Handwerkermangels ein echter Mehrwert!
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