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Köpfe & Positionen

EU will von EIOPA wissen, ob nachhaltige Anlagen besser sind

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Regulierung wird in Brüssel gemacht. Kaum jemand kennt sich damit so gut aus wie Nathalie Berger, langjährige Head of Unit Insurance and Pensions Europäische Kommission und seit 1. April 2019 Head of Bank Regulation and Supervision Europäische Kommission. Sie zieht Solvency Bilanz und schaut nach vorne. Werden nachhaltige Investments künftig bessergestellt, am Ende könnte EIOPA entscheidend sein.

Die Solvency Bilanz von Berger liest sich wie eine Erfolgsgeschichte. "Wir haben während der Umsetzung keine größeren Beeinträchtigungen auf dem europäischen Versicherungsmarkt festgestellt". Die Kapitalausstattung des Versicherungsmarktes habe sich in den letzten drei Jahren allmählich erhöht, was sich auch in den höheren Solvency-II-Quoten widerspiegele, erklärt sie gegenüber Aktuar Aktuell. Ihr Fazit nach drei Jahren fällt "positiv aus", Europa habe den "modernsten Aufsichtsrahmen für Versicherer auf der ganzen Welt".

 

Allerdings müsse dieser ständig angepasst werden, weswegen der Gesetzgeber die Kommission beauftragt, "das Funktionieren der langfristigen Garantiemaßnahmen im Jahr 2020 zu überprüfen." In diesem Zusammenhang haben wir kürzlich EIOPA um entsprechende Vorschläge gebeten."

 

Grüne Anlagen gewünscht

 

Die EU will die Finanzwelt auf ökologische Ziele verpflichten. In Bergers Worten: "Eine der wichtigsten Aufgaben dieser EU-Kommission besteht darin, auf eine grünere, widerstandsfähigere und ressourcenschonendere Wirtschaft hinzuarbeiten."

 

Diese Ziele bringen laut Berger auch zahlreiche Möglichkeiten zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit mit sich. Der Aktionsplan zielt darauf ab, dank Investitionen des Privatsektors die bestehende Investitionslücke von rund 180 Milliarden Euro im Jahr zu schließen.

Eines der Hauptziele sei es, den Privat- wie professionellen Anlegern Klarheit darüber zu verschaffen, was eine nachhaltige Anlage ist. Zu diesem Zweck hat die Kommission bereits Vorschläge entwickelt, was als green economy eingestuft werden kann oder welche Anleger- und Offenlegungspflichten für ESG-Kriterien bestehen.

 

Das grüne Anlagen bessergestellt werden, verneint Berger. Es gäbe keine Ausnahmen für diese spezielle Anlageform. Allerdings wurde gleichzeitig bei der EIOPA angefragt, ob es Belege dafür gibt, dass nachhaltige Investments ein geringeres Risiko haben als klassische Anlageklassen. "Wir erwarten die Stellungnahme von EIOPA dazu im Herbst 2019 und die Untersuchung wird von der EU-Kommission bei der Überprüfung der Solvency-II Richtlinie auch entsprechend berücksichtigt."

 

Das vollständige Interview in Aktuar Aktuell.

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