Korallenriff, wichtig für die Klimaforschung
Korallenriff, wichtig für die KlimaforschungQuelle: Thomas Klauer / www.pixelio.de / PIXELIO
Politik & Regulierung

Klimaphänomen El Niño verändert sich zu Ungunsten der Menschheit - und der Versicherer

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Werden erneut tausende Menschen sterben und Milliardenschäden entstehen? Das Klimaphänomen El Niño verändert sich, und zwar nicht zum Guten. Die Naturerscheinung soll in den kommenden Jahren stärker ausfallen als bisher, was global verheerende Folgen haben würde, gerade für die Versicherungsindustrie.

Unter der Bezeichnung El Niño wird das Auftreten ungewöhnlicher, nicht zyklischer, veränderter Strömungen im ozeanographisch-meteorologischen System gefasst. Eine genaue zeitliche Einordnung ist schwierig, Forscher sprechen davon, dass es ungefähr alle vier Jahre auftritt. Eine Veränderung der Meeresströmung mag unspektakulär klingen, hat allerdings erhebliche Auswirkungen auf den Planeten. Unter anderem verändern sich regionale Ökosysteme, oft mit der Folge von Dürren, Überschwemmungen oder Seuchen.

 

Erneut tausende Tote?

 

In den Jahren 1997/98 hat das Phänomen schätzungsweise 33 Mrd. Euro Dollar an Schäden verursacht und 23.000 Menschen ausgelöscht, schreibt Fokus. In den Jahren 2015 und 2016 trat El Nino noch stärker auf. Es scheint ein Trend zu sein.

 

In der Zukunft wird es mehr starke-El-Niños geben, zudem verhalte sich das Klimaphänomen seit einiger Zeit "recht ungewöhnlich", berichtet Focus mit Bezug auf eine Studie der Universität Melbourne, die im Nature Geoscience erschien. Die Australier nutzen für das Analyseverfahren Bohrkerne aus Korallenriffen, die über den Pazifik verteilt sind.

 

Die Korallenstöcke weisen Wachstumsmuster auf, die sich über Jahrhunderte erstrecken, ähnlich wie Baumringe. Die Zusammensetzung der Isotope in den Kernen gibt Auskunft darüber, wie El Niño in den letzten 400 Jahre bezüglich Auftreten, Stärke und Dauer ausfiel.

 

"Die Jahrhunderte alten Klimaaufzeichnungen in den Korallenstöcken öffnen nun eine Tür, um nicht nur die Veränderungen der Vergangenheit zu verstehen, sondern auch für die Zukunft zu erkennen", betont der Paläoklimatologe Ben Henley. Es könne damit genauer bestimmt werden, wie die globale Erwärmung auf die El Ninos einwirkt. Daraus lasse sich ableiten, was dies für künftige Wetterextreme und das Klima bedeutet.

 

Das herkömmliche Muster der El Niños hat sich in den letzten Jahrzehnten geändert. Laut dem Climate Prediction Center (CPC) werde El Nino dieses Jahr keine großen Auswirkungen auf das Klima haben, was sich jedoch "jederzeit ändern könne".

Naturkatastrophen · Munich Re · El Niño
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