Quelle: Rainer Sturm / www.pixelio.de / PIXELIO
Politik & Regulierung

Bayer muss wegen Unkrautvernichter zwei Milliarden Dollar zahlen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das ist ein teures Urteil für den deutschen Chemiekonzern. Der Pharmakonzern Bayer hat auch den dritten Prozess wegen des umstrittenen Unkrautvernichters Roundup seiner Tochter Monsanto in den Vereinigten Staaten verloren. Der Schadensersatz soll umgerechnet 1,78 Milliarden Euro betragen.

Ob Bayer den Kauf von Monsanto mittlerweile bereut? Im Jahr 2016 wechselte das Unternehmen für 66 Mrd. Dollar unter das Dach von Bayer und hat den Milliarden-Prozess verursacht und den Wert des Gesamtunternehmens erheblich geschadet. Weitere Prozesse werden wohl folgen.

 

In dem aktuellen Fall erkrankte ein Seniorenpaar an Lymphdrüsenkrebs und glaubte die Schuld an dem glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup von Monsanto erkannt zu haben. Bayer bestreitet den Zusammenhang und spricht von Vorerkrankungen. Das Unternehmen ist, verständlicherweise, von dem Urteil enttäuscht und kündigt Berufung an.

 

In dieser Art von Prozessen hat Bayer mittlerweile Erfahrung, den laut Spon ist es bereits der dritte Schuldspruch innerhalb weniger Monate. Das weitere Klagen diesem Milliardenurteil folgen werden, gilt als sicher.  Es sollen noch über 13.000 Klagen gegen Monsanto wegen Roundup anliegen.

 

Nach Insiderinformationen soll Monsanto eine Products liability policy besitzen, deren Deckung von 500 Millionen US-Dollar allerdings allein durch die Rechtsberatungskosten ausgeschöpft sei, zudem wären Strafzahlungen (punitive damages) ausgeschlossen.

 

Der Aktienkurs des Unternehmens Bayer leidet kräftig, Quellen sprechen von einer Vernichtung von Shareholder Value in Höhe von 30 Mrd. Euro. Bei diesen Summen gerät das Unternehmen an die Grenzen der Versicherbarkeit.

Chemie · Bayer · Monsanto
Auch interessant
Zurück
31.10.2016VWheute
Ceta-Endspurt: Ende gut, alles gut Nicht zum ersten Mal erlebt das politische Brüssel, dass ein Dossier auf der Kippe steht, Differenzen …
Ceta-Endspurt: Ende gut, alles gut
Nicht zum ersten Mal erlebt das politische Brüssel, dass ein Dossier auf der Kippe steht, Differenzen unüberbrückbar erscheinen und ein ausgleichender Kompromiss nicht in Sicht ist. So auch der Marathonlauf über die Verhandlungen zwischen der …
28.10.2016VWheute
Chemie­kon­zerne im Kauf­rausch Europäische und deutsche Chemiekonzerne haben in den letzten Jahren kräftige Zukäufe getätigt. Zudem investieren sie …
Chemie­kon­zerne im Kauf­rausch
Europäische und deutsche Chemiekonzerne haben in den letzten Jahren kräftige Zukäufe getätigt. Zudem investieren sie wesentlich stärker im Ausland als auf dem heimischen Markt. Das Land der Begierde sind - wie in aktuellen Fällen - oftmals die USA…
06.06.2016VWheute
Barmenia wird neuer Haupt­sponsor bei Bayer 04 Die Barmenia wird in den kommenden vier Jahren neuer Haupt- und Trikosponsor des Fußball-Bundesligisten…
Barmenia wird neuer Haupt­sponsor bei Bayer 04
Die Barmenia wird in den kommenden vier Jahren neuer Haupt- und Trikosponsor des Fußball-Bundesligisten und Champions-League-Teilnehmers Bayer 04 Leverkusen. Wie der Versicherer am Freitag mitteilte, unterzeichneten …
08.04.2016VWheute
Chemie-Alarm bei der Zurich-Versi­che­rung Großeinsatz der Feuerwehr gestern im Bonner Zentrum: bei der Zurich Deutschland hatte sich starker Rauch …
Chemie-Alarm bei der Zurich-Versi­che­rung
Großeinsatz der Feuerwehr gestern im Bonner Zentrum: bei der Zurich Deutschland hatte sich starker Rauch entwickelt, im Keller hatten Schwefelsäure und Wasserstoffperoxid miteinander reagiert. Die City war am frühen Morgen teilweise …
Weiter