Vorstandschef Oliver Bäte (links) und Aufsichtsratschef Michael Diekmann (rechts)
Vorstandschef Oliver Bäte (links) und Aufsichtsratschef Michael Diekmann (rechts)Quelle: AK
Unternehmen & Management

Allianz macht gute Geschäfte und plant keine Fusionen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Allianz hat dank einer geringen Schadenbelastung durch Stürme und andere Naturkatastrophen einen guten Start ins Geschäftsjahr 2019 hingelegt. So verbuchte der Versicherungskonzern in den ersten drei Monaten ein Umsatzplus von 9,1 Prozent auf 40,3 Mrd. Euro (VJ: 36,9 Mrd.). Der operative Gewinn stieg um 7,5 Prozent auf 2,962 Mrd. Euro (VJ: 2,756 Mrd.). Allerdings könnte Boeing die Münchener noch teuer zu stehen kommen.

Wachstumstreiber war dabei vor allem die Kompositsparte mit einem Gewinnplus vor Zinsen und Steuern von 14,2 Prozent auf 1,455 Mrd. Euro (VJ: 1,274 Mrd.). Der Umsatz wuchs um 6,3 Prozent auf 19,5 Mrd. Euro. Die Schaden-Kostenquote sank um 1,1 Prozentpunkte auf 93,7 Prozent. Der Anstieg sei dabei vor allem auf ein höheres versicherungstechnisches Ergebnis zurückzuführen, zu dem ein starkes Prämienwachstum in Kombination mit weniger Schäden aus Naturkatastrophen und eine verbesserte Kostenquote beigetragen haben, begründet die Allianz das deutliche Plus. So profitierte der Versicherer zwar davon, dass sich die Schäden durch Naturkatastrophen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 141 Mio. Euro mehr als halbierten.

 

Allerdings könnten vor allem die menschengemachten Katastrophen die Allianz diesmal teuer zu stehen bekommen. Dabei kosteten der Absturz einer Boeing 737 Max von Ethiopian Airlines im März, das seither geltende Flugverbot für alle Maschinen der Reihe und der Dammbruch an einer Eisenerz-Mine des Bergbaukonzerns Vale in Brasilien die Allianz nach bisherigen Berechnungen jeweils rund 50 Mio. Euro. Dabei könnte die Schadensumme jedoch noch steigen, sagte Finanzchef Giulio Terzariol. Allerdings habe die Allianz ihr Risiko auf maximal 150 Mio. Euro gedeckelt.

 

In der Leben- und Krankensparte verzeichnete die Allianz hingegen nur ein leichtes Gewinnplus von 2,5 Prozent auf 1,096 Mrd. Euro (VJ: 1,069 Mrd.). Der Umsatz stieg indes deutlich um 12,9 Prozent auf 19,3 Mrd. Euro (VJ: 17,1 Mrd.). "Das Wachstum unseres Lebens- und Krankenversicherungsgeschäfts sowie die weiterhin starke Neugeschäftsmarge waren hervorragend", kommentierte Finanzchef Terzariol. So verzeichnete der Münchener Versicherer im Neugeschäft ein Plus von 24,5 Prozent auf 609 Mio. Euro (VJ: 489 Mio.).

 

Positiv verlief der Jahresstart auch für das Asset Mangement: Das für Dritte verwaltete Vermögen stieg dabei in den ersten drei Monaten um 112 Mrd. Euro auf 1.548 Mrd. Euro und erreichte einen historischen Höchststand. Zu einem möglichen Interesse der Allianz an der DWS, Investmenttochter der Deutschen Bank, äußerte sich der Finanzvorstand jedoch nur sehr unklar: "Akquisitionen sehen gut auf PowerPoint aus, aber im wirklichen Leben müssen sie nicht funktionieren."

 

Deutlich klarer positionierte sich Terzariol indes zu einer Fusion des Industrieversicherers AGCS mit Kreditversicherer Euler Hermes: "Es gibt Kapitalsynergien, die wir heben können. Sie können davon ausgehen, dass wir keine Fusion haben werden." Allerdings seien im Vertrieb und in der Produktentwicklung eine engere Zusammenarbeit möglich. Im Frühjahr hatte die Allianz entsprechende Überlegungen zu einer Fusion bestätigt.

Highlights im ersten Quartal 2019
Highlights im ersten Quartal 2019Quelle: Allianz
"Allianz hat sehr gute Ergebnisse im ersten Quartal erzielt und ist auf einem guten Weg, die Jahresziele für 2019 zu erreichen."
Oliver Bäte, Vorstandsvorsitzender der Allianz SE
Für das Gesamtjahr 2019 hält die Allianz indes an ihrer bisherigen Gewinnprognose von 11,5 Mrd. Euro - plus oder minus 500 Mio. Euro - fest.
Allianz SE · Kreditversicherer · Euler Hermes · AGCS
Auch interessant
Zurück
15.07.2019VWheute
Wiese­mann: "Die neue Lebens­ver­si­che­rung ist attrak­tiver denn je" Die Lebensversicherung hat in den vergangenen Jahren schon bessere Zeiten erleb…
Wiese­mann: "Die neue Lebens­ver­si­che­rung ist attrak­tiver denn je"
Die Lebensversicherung hat in den vergangenen Jahren schon bessere Zeiten erlebt. Nach Angaben des GDV ist die Zahl der Policen zwar auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gesunken. Einen Abgesang auf das …
28.06.2019VWheute
LV 1871 macht gute Geschäfte dank Rente und BU Die LV 1871 hat im Geschäftsjahr 2018 wohl gut verdient. Wie die Münchener Versicherungsgruppe bekannt …
LV 1871 macht gute Geschäfte dank Rente und BU
Die LV 1871 hat im Geschäftsjahr 2018 wohl gut verdient. Wie die Münchener Versicherungsgruppe bekannt gab, stiegen die gebuchten Bruttobeiträge im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozent auf 626,7 Mio. Euro (Vorjahr: 619,9 Mi…
03.04.2019VWheute
InsurLab Germany plant Leit­messe Gemeinsam mit der Koelnmesse plant das InsurLab Germany einen neuartigen Versicherungsmessekongress, der erstmalig …
InsurLab Germany plant Leit­messe
Gemeinsam mit der Koelnmesse plant das InsurLab Germany einen neuartigen Versicherungsmessekongress, der erstmalig im April 2020 in Köln stattfinden soll. „Wir haben den Anspruch mit dem neuen Angebot etwas zu schaffen, was es bisher am deutschen…
20.03.2019VWheute
"Nicht mit jeder Über­nahme wird der gewünschte Effekt erzielt" Das Für und Wider einer Fusion zwischen Deutscher Bank und Commerzbank bestimmt dieser…
"Nicht mit jeder Über­nahme wird der gewünschte Effekt erzielt"
Das Für und Wider einer Fusion zwischen Deutscher Bank und Commerzbank bestimmt dieser Tage die Schlagzeilen der Wirtschaftszeitungen. Auch in der Versicherungsbranche  sind Fusionen durchaus nicht selten. …
Weiter