Quelle: Andreas Hermsdorf / Pixelio / www.pixelio.de
Märkte & Vertrieb

CEOs im Leistungscheck: Wer ist der beste Versicherungschef Deutschlands? Heute Platz 9

Von Michael Stanczyk und David GorrTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Wie gut performen die Spitzenmanager der Versicherungsbranche? Wie innovativ agieren sie? Was macht ihren Führungsstil aus? Und wie kommen sie außen an? Unter diesen Aspekten prüft die Redaktion im Rahmen des Rankingspezials  zwei Wochen lang die Versicherungschefs der zehn beitragsstärksten Player. Heute mit Platz 9.

Alexander Vollert, Axa Deutschland

 

Performance: 3 von 6

Nachdem Alexander Vollert das Sachversicherungsgeschäft der Allianz in Deutschland auf Vordermann gebracht hatte, wechselte er im September 2016 zu deutschen Axa. Zu dem großen Konkurrenten aufzuschließen gelang dem ehemaligen McKinsey-Berater bislang nicht. 2017 wies Axa hierzulande ein Prämienvolumen von 10,9 Mrd. Euro auf, weit abgeschlagen hinter Allianz und Generali auf Platz 6 im deutschen Markt. Die Axa steigerte zwar den Gewinn um 18 Prozent auf 643 Mio. Euro, legte beim Umsatz aber nur um 1,4 Prozent zu, die Branche um 1,7 Prozent. 2018 stieg der Gewinn auf 708 Mio. Euro, die Beitragseinnahmen lagen bei 10,7 Mrd. Euro. Neue Hoffnung auf Zuwächse schöpft Vollert durch die Übernahme des Rivalen XL durch die Pariser Konzernmutter.

 

Innovationsgeist: 3 von 6

Vollert promovierte in Wirtschaftsingenieurwesen, beriet bei McKinsey Versicherer und sammelte belastbare CEO-Erfahrungen im Allianz-Konzern. Diese Vorzeigestationen setzen die Messlatte an den Chef der Axa Deutschland nicht gerade nach unten. Die Erwartungen an den gebürtigen Heilbronner sind gewaltig. Taktgeber Thomas Buberl, mittlerweile Axa-Chef in Paris, hat dazu beigetragen. Er initiierte einen fulminanten Transformationsprozess, der auch vom wichtigen deutschen Markt getragen werden muss. Vollert indes hat seinen eigenen Kopf, seine unternehmerischen Freiräume. Er will Produkte einfacher, anwendungsfreundlicher machen, entwickelt "Mobile First". Es gehe heute nicht mehr darum, nur einzelne Policen zu verkaufen, sondern darum, flexible Lösungen anzubieten. Vollert mag radikal denken, Insurance neu erfinden möchte er nicht. Die Kernkompetenzen Risikoabsicherung und Sicherheit geben sind für den Manager unantastbar. Passt es da ins Bild, dass er die Axa zu einem "empathischen" Technologie-Konzern machen will?

Alexander Vollert
Alexander VollertQuelle: Axa Deutschland

Führung: 3,5 von 6

In der Zentrale an der Colonia-Allee wimmelt es mittlerweile von offenen Räumen und Meeting Rooms in Werkstattoptik. Tischkicker, ein Kaminzimmer und eine Bibliothek sollen die Teambildung fördern. Klingt sehr nach Start-up, heißt "New Way of Working". Die Axa setzt das Programm seit 2017 um, Vollerts Handschrift ist unverkennbar. Er will Hierarchien abbauen, offener, flexibler und schneller werden. Wenn es nach dem CEO geht, hat bald kein Axa-Mitarbeiter mehr einen festen Schreibtisch. Stattdessen sucht sich jeder morgens einen Arbeitsplatz, den er abends vollständig räumen muss. Bis Ende 2019 soll das Konzept stehen. Auf einer Beliebtheitsskala der Mitarbeiter wohl dort anzusiedeln, wo eine Vorlesung mit Anwesenheitspflicht für einen Bachelorstudenten steht. Gewagt, aber auch konsequent.

 

Image: 3 von 6

Trotz guter Programme und richtiger Rückschlüsse aus aktuellen Marktentwicklungen steht Vollert im Schatten seines großen deutschen Chefs, der gerade in Paris mächtig aufdreht. Thomas Buberl gibt die Marschroute vor und positioniert den Konzern für die Zukunft. Vollert seinerseits wurde u.a. an der deutschen Axa-Spitze installiert, weil er Buberls digitale Affinität teilt. Er leistet seinen wichtigen Beitrag zum Gesamterfolg, setzt strategische Akzente an Stellen, wo es geht und wo es gefordert wird. Großflächige Abbauprogramme lehnt er entschieden ab. Dass mit dem digitalen auch ein personeller Wandel einhergeht, hat Vollert realistisch eingeschätzt und richtig kommuniziert – Fair Play.

 

Gesamtbewertung: 3,125 von 6

 

Vorgehensweise:

In dem hier präsentierten Ranking wird nach WachstumsperformanceInnovationsgeistFührung und Image auf einer Skala von 1 (Minimum) bis 6 (Maximum) bewertet. Unter Performance wird bei der Beurteilung auf die Punkte Umsatz, Gewinn und ggf. Aktienpreis geblickt. Der Innovationsgeist analysiert Raffinessen um Digitalisierung, innovative Partnerschaften, Produkte und zukunftsfähige Strukturen. In der Kategorie Führung dienen Arbeitsprozesse, Mitarbeiterzufriedenheit und Unternehmenskultur als Ranking-Grundlage. Im letzten Schritt widmen wir uns dem Image. Hier geht es in erster Linie darum, wie sich der Manager in der Öffentlichkeit präsentiert, was und wie er etwas sagt, wo er aneckt, wie er bei Auftritten wahrgenommen wird.

 

Platz 10: Markus Rieß, Ergo

CEO · Alexander Vollert · Axa Deutschland
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