Jobcenter - bald voll dank KI?
Jobcenter - bald voll dank KI?Quelle: Berthold Bronisz  / www.pixelio.de / PIXELIO
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Rechtsexperten für Verkehrs – und Versicherungsrecht werden die Flure der Jobcentern bevölkern

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Sind Anwälte nutzlos? Viele gehässige Menschen würden das bejahen. Eine Studie scheint jetzt nahezulegen, dass das zumindest für einen Teilbereich der Anwaltszunft tatsächlich zutrifft. Schuld ist die künstliche Intelligenz – und betroffen ist auch die Versicherungswelt.

"39 Prozent der anwaltlichen Tätigkeiten im Verkehrsrecht könnten zukünftig von digitalen Systemen übernommen werden. Zu dieser Aussage kommen die Verfasser einer Legal Tech Studie, AdvoAssist und Foris AG. Und es kommt noch schlimmer für die Anwälte, auch in anderen Rechtsgebieten wird der Computer "als Gefahr gesehen". Insgesamt wird in sieben von 21 Rechtsgebieten damit gerechnet, dass zukünftig über 30 Prozent der anwaltlichen Tätigkeiten durch digitale Systeme erledigt werden.

 

"Über alle 21 untersuchten Rechtsgebiete hinweg wird im Durchschnitt erwartet, dass in den nächsten Jahren 27 Prozent der anwaltlichen Tätigkeiten durch digitale Systeme übernommen werden", sagt Alexander Kihm, Partner bei AdvoAssist. Der erwartete Einschlag der Digitalisierung schwankt deutlich zwischen den unterschiedlichen Rechtsgebieten. Zu den am meisten betroffenen Sektoren gehört auch das Versicherungsrecht.

Von der Digitalisierung betroffene Rechtsgebiete laut Studie
Von der Digitalisierung betroffene Rechtsgebiete laut StudieQuelle: Foris 

"Besonders schwarz sehen die Verkehrsrechtlerinnen und -rechtler“, sagt Foris Vorstand Hanns-Ferdinand Müller und ergänzt: "Wenn man bereits existierende Online-Portale etwa im Bereich des Fluggastrechts betrachtet, ist diese Einschätzung durchaus nachvollziehbar." Immerhin 39 Prozent der anwaltlichen Tätigkeiten im Verkehrsrecht halten die Befragten für ersetzbar. Auf Platz zwei folgt mit 36 Prozent das Medizinrecht. Auf Rang drei liegen Versicherungs– und Vertragsrecht mit jeweils 34 Prozent gleichauf.

 

Arndt Eversberg, Rechtsanwalt und Vorstand des Prozessfinanzierungsunternehme Roland ProzessFinanz AG kommt zu folgender Einschätzung: "Für uns als Prozessfinanzierer findet Legal Tech bisher nur Einsatz in Massenverfahren, wie z.B. bei Schadensersatzklagen von VW Diesel Käufern. Die Rechtsanwälte, mit denen wir zusammen arbeiten, benutzen aufgrund der Vielzahl und Ähnlichkeit der Ansprüche alle mehr oder weniger intelligente Software. Hier ist der Anwalt bereits durch anders qualifizierte Bearbeiter teilweise abgelöst. Grundsätzlich gilt: umso standardisierbarer ein Vorgang, um größer die Möglichkeiten von Legal Tech. In Individualverfahren wird es auch zukünftig bei der persönlichen Zusammenarbeit von Kläger, Anwalt und Prozessfinanzierer bleiben".

Anwälte · Verkehrsrecht · Arbeitslosenversicherung · Studie
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