Holger Beitz, Prisma-CEO
Holger Beitz, Prisma-CEOQuelle: M. von Bredow
Unternehmen & Management

Prisma Life setzt auf erfolgreichen Marken-Relaunch

Von Mathias von BredowTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Prisma Life AG vollzieht einen Marken-Relaunch, der eine Neupositionierung des Lebensversicherers beinhaltet. Das Unternehmen, das sich als Pionier und Spezialist für Nettotarife und die damit verbundenen Vergütungsprovisionsmodelle bezeichnet, will sich auf Basis "starker Wurzeln" weiterentwickeln und stellt nachhaltige Vorsorge und Vermögensaufbau in den Vordergrund.

Wesentliche Aspekte dabei seien die Umstellung der Kapitalanlagen nach ESG-Kriterien, entsprechende Investmentstrategien und –fonds für die Kunden sowie Nachhaltigkeit in der internen Organisation, führte Helmut Posch, Verwaltungsratspräsident von Prisma Life aus. Seinem Gremium kommt anders als in Deutschland neben der Kontrolle des Vorstands auch eine verstärkte Mitwirkung an der Gestaltung der Unternehmenspolitik zu.

 

Die Umstellung des klassischen Vergütungssystems auf die neue Struktur der Nettotarifvergütungen scheint in den letzten Jahren nicht immer ganz reibungslos verlaufen zu sein. Zwischenzeitlich kam es zu einem starken Rückgang der freien Vermittler, die neben dem Hauptvertriebspartner AFA AG etwa 25 Prozent der Abschlüsse erbringen. Nicht jeder konnte sich mit der Kombination aus Teilprovisionen und ratierlicher Vergütung im Rahmen nachhaltiger Beratung des Kunden anfreunden. "Doch mit dem Thema sind wir heute durch. Unsere heute etwa 100 Vermittler in Deutschland haben den Veränderungsprozess angenommen", erklärte CEO Holger Beitz. Die Kooperation mit der AFA sei durch den Umstellungsprozess ohnehin weniger betroffen gewesen.

 

Steigerungen beim Versicherer

 

Prisma Life konnte im Jahr 2018 seinen Jahresüberschuss auf 5,3 Mio. Euro steigern. Den Erfolg führte Beitz vor allem auf striktes Kostenmanagement und eine Trendwende im Neugeschäft zurück. Als besonderer Wachstumstreiber hätten sich dabei die Nettotarifabschlüsse erwiesen. Ihr Anteil stieg in 2018 auf 75 Prozent (2017: 66 Prozent, 2016: 50 Prozent). Die Steigerung des Neugeschäftswachstums (insgesamt 15 Mio. Euro) betrug 5,3 Prozent. Die Gesellschaft hatte 2018 ca. 150.000 Kunden. Beitz sprach von einer mittlerweile nachhaltigen Ertragskraft des Lebensversicherers trotz schwacher Kapitalmärkte. Das Eigenkapital stieg um 22 Prozent auf 29,4 Mio. Euro. Bei 130 Prozent lag 2018 die Solvabilitätsquote. Für 2019 erwartet das Unternehmen eine Quote von 140 Prozent.

 

Die Neupositionierung von Prisma Life soll vor allem auch den Vorstoß auf neue Märkte und Zielgruppen nach sich ziehen. Bis jetzt werden die fondsgebundenen Produkte überwiegend in Deutschland verkauft. Ab diesem Jahr sollen auch Österreich und die Schweiz hinzukommen. Bei der Gestaltung des Produktportfolios will der Versicherer besonders die Standortvorteile nutzen, die Liechtenstein bietet.

 

Im Zuge des Marken-Relaunches hat Prisma Life die Kapitalanlagen im Deckungsstock nach ESG-Kriterien neu ausgerichtet. Dazu gehören u.a. Ausschlusskriterien für bestimmte Bereiche wie Alkohol, Waffen, Glücksspiel, Atomkraft, Tabak oder Gentechnik. Auch zweckentfremdete Rohstoffe aus der Agrarwirtschaft, z.B. zur Benzingewinnung, sollen aus den Depots verbannt werden. Der durchschnittlich ESG-Score des Deckungsstocks liegt bei 75,2 Prozent. ESG-Kriterien wurden auch intern im Unternehmen verankert. Dazu zählen die Einhaltung von Umweltstandards beim Wasser- und Papierverbrauch sowie bei Reinigungsmitteln.

 

Ferner die Arbeitsplatzkonditionen für die 70 Mitarbeiter am Stammsitz in Rugell von der Ausstattung der Arbeitsplätze über gesundes Essen bis hin zu Fortbildungs- und Teilzeitangeboten. Prisma Life kooperiert darüber hinaus mit der Uni Liechtenstein zur Errichtung eines Bildungsfonds. Mit seinen ESG-Kriterien folgt das Unternehmen zudem dem offiziellen Nachhaltigkeitstrend im gesamten Land.

Prisma · 2018 · Jahreszahlen
Auch interessant
Zurück
17.07.2019VWheute
Solvency II: Anfor­de­rungs­vor­lagen in vielen Fällen nicht verhält­nis­mäßig Drei Jahre nach Einführung der Richtlinie Solvency II ist die Zeit für …
Solvency II: Anfor­de­rungs­vor­lagen in vielen Fällen nicht verhält­nis­mäßig
Drei Jahre nach Einführung der Richtlinie Solvency II ist die Zeit für eine Überarbeitung des Regelwerks gekommen. Die EU-Kommission hat im Februar die 2011 gegründete Europäische Aufsichtsbehörde für …
01.07.2019VWheute
"Die Zeit der großen Marken ist vorbei" – Allianz wider­spricht Die großen Handelsmarken sinken in die Bedeutungslosigkeit. Das sagt niemand …
"Die Zeit der großen Marken ist vorbei" – Allianz wider­spricht
Die großen Handelsmarken sinken in die Bedeutungslosigkeit. Das sagt niemand geringeres als Dirk van de Put, CEO von Mondelez, einem der größten Lebensmittelkonzerne. Thomas Lukowsky, Fachbereichsleiter Marketing und…
25.06.2019VWheute
Versi­cherer: Mit IT-Sicher­heit auf Wolke 7? Die zunehmende digitale Transformation im Versicherungssektor hat das Thema IT-Sicherheit auch für die …
Versi­cherer: Mit IT-Sicher­heit auf Wolke 7?
Die zunehmende digitale Transformation im Versicherungssektor hat das Thema IT-Sicherheit auch für die Finanzaufsicht stärker in den Fokus gerückt. Die Versicherungsunternehmen lagern immer mehr Daten aus und nehmen die Dienste von …
06.06.2019VWheute
Willis Towers Watson Summit: Wach­sende Cyber-Gefahren für Staaten und Unter­nehmen Traditionelle Risiken für Unternehmen, etwa …
Willis Towers Watson Summit: Wach­sende Cyber-Gefahren für Staaten und Unter­nehmen
Traditionelle Risiken für Unternehmen, etwa Betriebsunterbrechungen durch Feuer, Naturkatastrophen oder Computerausfälle, stehen derzeit noch oben in der Prioritätenskala. Doch immer komplexere …
Weiter