Berlin, Sitz des DIA
Berlin, Sitz des DIAQuelle: Uwe Wattenberg / www.pixelio.de / PIXELIO
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DIA sieht gute Chancen Riester zu neuem Schwung zu verhelfen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) hat mit Hilfe des Forschungsinstituts Empirica einmal bei den Akteuren der Altersversorgung nachfragen lassen, wie man denn in die stagnierende Riester-Rente neuen Schwung bringen könnte. Ziel müsse sein, die Komplexität bei Riester zu reduzieren, sagte DIA-Sprecher Klaus Morgenstern in Berlin. Hierzu wurden im Kern drei Vorschläge für ein vereinfachtes Altersvorsorgemodell entwickelt.

Allein die Einordnung in unmittelbare, mittebare oder nicht Förderfähigkeit bei Riester überfordere die Menschen, sagte Reiner Braun von der Empirica mit Blick auf die Ergebnisse der Experteninterviews. Der Kreis der Förderberechtigten müsse eindeutig erhöht werden. Zu anderen verunsicherten Rückforderungen von Zulagen die Riester-Sparer. Besser wäre es, wenn die Höhe der Zulage vor der Auszahlung überprüft würde. Dabei mögliche Zinsverluste könne man in der heutigen Situation vergessen, glaubt Braun. Als drittes zentrales Element müsse es gelingen die Zahl der Geschäftsvorfälle zu minimieren und Prozesse zu verkürzen. Die Studie "Revitalisierung der Riester-Rente2 sei eine Sammlung von Vorschlägen, die man als Baukastensystem umgesetzt habe, sagte Braun. Gesprächspartner waren die Anbieter von Riester-Produkte (Versicherungen, Fonds, Bausparkassen und deren Verbände), Vermittler von Riester-Produkten, Verbrauchschützer sowie Vertreter der Deutschen Rentenversicherung.

 

Die Vorschläge liegen auf dem Tisch – die Politik ist am Zug

 

Viele der eingesammelten Vorschläge greifen bekannte Forderungen etwa der Versicherungswirtschaft nach Dynamisierung der Förderung auf vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze statt der seit Anfang an geltenden Höchstförderung von jährlich 2.100 Euro auf. Insgesamt wird auf Anbieterseite bemängelt, dass die mit Riester verbundene Beratungsintensität die Rendite erheblich mindere. Bei den geringen Durchschnittbeiträge der Riester-Sparer von 900 Euro im Jahr entstünden zudem hohe Fixkosten Die Bruttobeitragsgarantie und die Zulagenverwaltung hätten sich zu Kostentreibern entwickelt. Im Ergebnis hätten sich viele Riester-Anbieter und -Vermittler zurückgezogen. Beim allem notwendigen Verbesserungsbedarf müsse man vor allem dem Grundsatz folgen, dass das Vertrauen der Sparer nicht erschüttert wird, sagte Braun. Von daher sollte man behutsam ins System eingreifen.

 

DIA-Sprecher Morgenstern glaubt, dass es in der Politik derzeit gute Chancen gibt, Riester wieder auf die Beine zu stellen. Die Studie zeige jedenfalls eine ganze Reihe von Alternativen auf. Dies gilt auch für durchgreifende Veränderungen am Riester-System wie eine Begrenzung der Zulagen auf Geringverdiener oder der Weg hin zu einem Obligatorium (mit/ohne Opting-Out).  

Deutsches Institut für Altersvorsorge · Berlin · Riester-Rente
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