Klaus Wiener, Chefsvolkswirt beim GDV
Klaus Wiener, Chefsvolkswirt beim GDVQuelle: GDV
Köpfe & Positionen

GDV fordert von EZB " Rückkehr zur konventionellen Geldpolitik"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Regelmäßig kritisiert der GDV die Entscheidungen der EZB. Insbesondere deren Chef Mario Draghi ist in Berlin nicht gut gelitten. Gebetsmühlenartig fordert der Verband eine Abkehr von der Nullzinspolitik. Eventuelle wird der kommende EZB Chef einen Wechsel vornehmen? Bis dahin kritisiert der GDV weiter und hat valide Punkte in seiner Argumentation.  

Wegen der schwächeren konjunkturellen Entwicklung im Euroraum und der noch niedrigen Inflation hat die EZB auf ihrer Sitzung im März einen abrupten Kurswechsel vollzogen. Neue Langfristtender wurden angekündigt, und eine erste Zinsstraffung soll "frühestens" im kommenden Jahr erfolgen, schreiben GDV-Chefvolkswirt Klaus Wiener und Rolf Ketzler, ebenso Volkswirt beim GDV, in der aktuellen Ausgabe von Makro und Märkte kompakt.

 

Mit der Entscheidung der EZB sind sie nicht zufrieden. "Unseres Erachtens rechtfertigt ein "normaler" zyklischer Konjunkturabschwung den erneuten Einsatz unkonventioneller Maßnahmen nicht." Die Erfahrungen der letzten Jahre hätten gezeigt, dass die Geldpolitik nicht allmächtig ist. Zudem würden mit den neuen Instrumenten "erhebliche Risiken" für die Finanzstabilität einhergehen.

 

Einen Rat haben die beiden Volkswirte für die Banker parat. "Die EZB sollte dringend eine umfassende Normalisierungsstrategie vorlegen, die von kurzfristigen Schwankungen der Konjunktur unabhängig ist. Zudem ist eine grundsätzliche Diskussion über die geldpolitische Strategie der EZB erforderlich." Beides gehöre zu den wohl wichtigsten Aufgaben des neuen EZB-Präsidenten, der im Herbst 2019 sein Amt antritt.

 

Oberste Maßgabe sollte dabei die Rückkehr zur konventionellen Geldpolitik sein, damit sich "die Volkswirtschaft und die Finanzmärkte nicht fortlaufend auf der Intensivstation der Geldpolitik befinden", schreiben die Volkswirte.

GDV · EZB
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