Allianz CEO Oliver Bäte (li.) und sein Aufsichtsratschef Michael Diekmann bei der diesjährigen Hauptversammlung in der Münchener Olympiahalle. (Quelle: Alexander Kaspar)
Allianz CEO Oliver Bäte (li.) und sein Aufsichtsratschef Michael Diekmann bei der diesjährigen Hauptversammlung in der Münchener Olympiahalle. (Quelle: Alexander Kaspar)Quelle: Kaspar
Schlaglicht

Allianz baut Vorsprung mit Rekord aus und belohnt Aktionäre

Von Alexander KasparTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Ein Umsatzplus von 3,5 Prozent auf 131 Mrd. Euro, ein operatives Ergebnis von 11,5 Mrd. Euro, eine Solvency-II-Kapitalquote von 229 Prozent und schließlich, das dürfte die versammelten Aktionäre am meisten interessiert haben, ein Ergebnis pro Aktie von 6,2 Prozent bei einer Dividende von neun Euro.

Keine Frage, die auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Allianz präsentierten Zahlen lassen sich in einem Wort zusammenfassen: Rekord! Da blieb auch für die gefürchteten Nachfragen der Aktionärs- und Kapitalanlageschützer nur wenig Raum für Kritik. "Als Aktionäre können wir uns nicht beschweren" fasste Hendrik Schmidt von der europäischen Fondsgesellschaft DWS sein Lob für den Vorstand um CEO Oliver Bäte zusammen. Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ergänzte: "Das muss man erst mal hinbekommen."

 

Doch das Bessere ist der Feind des Guten. Die Allianz, mit ihrem selbsterklärten Ziel in allen relevanten Bereichen besser zu sein als der Markt, hat noch etliche Baustellen vor der Brust, Stichwort Digitalisierung. "Einfach gewinnt - simplicity wins", lautet dazu eine der Parolen, die der Vorstand als Marschrichtung für die Transformation von Unternehmen und Produkten ausgegeben hat. Das Unternehmen will dort wachsen, wo die besten Aussichten für profitables Wachstum bestehen und dabei Produkte und Prozesse vereinfachen und gleichzeitig auf die Skalierbarkeit achten. Das soll die Kundenzufriedenheit, die Produktivität sowie das Wachstum steigern, erklärt Oliver Bäte vor den rund 3600 anwesenden Aktionären in der Münchener Olympiahalle. Die Antwort auf die Frage, was als nächstes von der Allianz zu erwarten sei gab Bäte in seiner Rede. HIER im Videoausschnitt.

 

"Die Allianz strotzt vor Kraft, Liquidität und Selbstbewusstsein", sagte Aktionärsschützerin Bergdolt in Richtung Vorstand. Dies sei aber auch notwendig, wenn der Umbau des Konzerns gemäß der Renewal-Agenda gelingen soll. Mit Einfachheit allein seien wohl gerade die Allianz-Kunden nicht zu überzeugen, glaubt Bergdolt und fragte nach den Gefahren.

 

Wohl nicht im Direktvertrieb, den die Allianz bis Jahresende in Gang gebracht haben will, denn "Kannibalisierungseffekte" werde es keine geben, glaubt Bäte, das hätten Untersuchungen bestätigt. Wie der Dreiklang "Outperform", Transform" und "Rebalance" mit Leben gefüllt und praktisch umgesetzt werden soll erläutert Bäte HIER im Video.

Was wird kommen?

 

Zum Abschluss seines Vortrages gab Vorstandschef Bäte auch einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr. Trotz einer ganzen "Lastwagenladung" an Unsicherheiten in der Weltpolitik und -Wirtschaft sieht die Allianz eine große Anzahl an Geschäftschancen. Welche das sind und wie sich diese auswirken können erläutert der Manager HIER im Video.

 

Etwas Kritik kam im Laufe der Hauptversammlung aber doch noch auf: Kritisiert wurden die mehr als zehn Millionen Euro Salär, die Oliver Bäte mittlerweile für seine Arbeit als CEO pro Jahr einstreicht. Das sind 49.000 Euro pro Tag, bzw. rund 6.000 Euro die Stunde, wie Hans-Martin Buhlmann, Vorsitzender der Vereinigung Institutioneller Privatanleger (VIP) in seiner Rede vorrechnete.

 

Außerdem mahnten Umweltschützer eine noch aktivere Rolle des Unternehmens in Sachen Umweltschutz an – VWheute berichtet heute im Tagesreport. Damit liefen diese beim Vorstand offene Türen ein: Bis 2050 will der Konzern sein dreistelliges Milliardenvermögen vollständig "klimaneutral" anlegen.

Oliver Bäte · Allianz Group · Michael Diekmann · Dividende · Hauptversammlung
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