Geld
GeldQuelle: Claudia Hautum / PIXELIO (www.pixelio.de)
Politik & Regulierung

Mehrwertsteuermodelle kosten den Fiskus rund 50 Mrd. Euro

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Steuerbetrug ist spätestens seit dem Cum-Ex-Skandal nichts neues mehr. Dabei nimmt grenzüberschreitende Umsatzsteuerbetrug allem Anschein nach ähnliche Ausmaße an,wienun Recherchen des ZDF sowie Recherchezentrums Correctiv belegen. Der Trick dabei: Firmen schlagen die Mehrwertsteuer auf den Preis von Waren oder Dienstleistungen auf, führen diese aber nicht an das Finanzamt ab. Dem Fiskus entstehen dabei Schäden in Milliardenhöhe.

Das Muster scheint auf den ersten Blick recht simpel: Innerhalb der EU können Händler Waren aus einem anderen Mitgliedsland importieren, ohne dafür Umsatzsteuer zahlen zu müssen. Beim Weiterverkauf an einen Geschäftspartner in Deutschland muss diesem dann die gesetzliche Mehrwertsteuer berechnet werden. Hier beginnt der eigentliche Betrug: Der Händler führt die ausgewiesene Umsatzsteuer nicht an das Finanzamt ab. Bevor er diese zahlen muss, schließt er seinen Betrieb und taucht unter. Der Käufer wiederum verkauft die betreffende Ware ins Ausland weiter und lässt sich dafür wiederum die Mehrwertsteuer erstatten.  So entsteht dann ein Karussell, in dem es gar nicht um die Nutzung der Ware geht, sondern nur darum, die Mehrwertsteuer abzusahnen.

 

Dabei handelten die Betrüger unter anderem mit Mobiltelefonen, Spielekonsolen, Kupferkathoden oder mit Zertifikaten auf CO2-Ausstoß, heißt es in der Recherche weiter. Dabei werden die Produkte oft nur auf dem Papier grenzüberschreitend im Kreis bewegt, um sich Umsatzsteuern vom Finanzamt ausbezahlen zu lassen und dann mit dem Steuergeld zu verschwinden. Zudem drängen die Betrüger mittlerweile auf den Markt mit erneuerbaren Energien und nutzen für ihre Umsatzsteuerkarusselle auch Ökostrom-Zertifikate. "Das Phänomen ist ernst, wir gehen davon aus, dass Ökostrom-Zertifikate in der gesamten EU für den organisierten Umsatzsteuerbetrug eingesetzt werden", sagte Hans Christian Holte, Leiter der Steuerbehörde Norwegens.

 

Den Fiskus kommt das Ganze am Ende teuer zu stehen. Dabei beläuft sich der Schaden nach Schätzung der EU-Kommission auf jährlich 50 Mrd. Euro. Allein in Deutschland würde sich der Schaden auf rund 14 Mrd. Euro belaufen, heißt es weiter. Der Schaden durch Umsatzsteuerbetrug beträgt allein mit CO2-Zertifikaten rund sieben Mrd. Euro. Neben Großbritannien sei Deutschland zudem das einzige Land, dass noch nicht aktiv dem Betrugs-Frühwarnsystem TNA vertraue.

Finanzamt · Steuerkarussell
Auch interessant
Zurück
20.05.2019VWheute
Posch: "Wir sind Pionier bei Netto­ta­rifen" Der Lebensversicherer Prisma Life hat im letzten Jahr gut verdient. Rund 5,3 Mio. betrug der …
Posch: "Wir sind Pionier bei Netto­ta­rifen"
Der Lebensversicherer Prisma Life hat im letzten Jahr gut verdient. Rund 5,3 Mio. betrug der Jahresüberschuss Ende 2018. Wachstumstreiber waren dabei vor allem die Nettotarife. VWheute hat exklusiv mit Verwaltungsratschef Helmut Posch …
26.02.2019VWheute
SV zieht Bilanz: Gebäu­de­ver­si­cherer knackt erst­malig 50 Millionen-Marke  Die SV Sparkassenversicherung ist mit dem Geschäftsjahr …
SV zieht Bilanz: Gebäu­de­ver­si­cherer knackt erst­malig 50 Millionen-Marke 
Die SV Sparkassenversicherung ist mit dem Geschäftsjahr zufrieden. Die Lebensversicherung laufe sehr gut in der Altersvorsorge gegen laufenden Beitrag, verzeichne aber einen Rückgang der …
28.01.2019VWheute
DAI: Rendite-Dreieck für 50 Jahre Akti­en­an­lage "Anleger sollten sich von dem Kursrückgang an der Börse nicht nervös machen lassen, denn langfristig…
DAI: Rendite-Dreieck für 50 Jahre Akti­en­an­lage
"Anleger sollten sich von dem Kursrückgang an der Börse nicht nervös machen lassen, denn langfristig waren und sind Aktien eine attraktive Geldanlage mit beherrschbarem Risiko.“ Das ist die "Botschaft des Deutschen Aktieninstituts…
20.11.2018VWheute
Zahl der Captives sinkt auf Druck von Eiopa und Steu­er­be­hörden Im Zweijahresturnus treffen sich die Vertreter des eurpäischen Captive-Industrie in …
Zahl der Captives sinkt auf Druck von Eiopa und Steu­er­be­hörden
Im Zweijahresturnus treffen sich die Vertreter des eurpäischen Captive-Industrie in Luxembourg, dem Standort von 240 in diese Kategorie fallenden Rückversicherern. Wie sieht derzeit die Marktstruktur aus und die …
Weiter