Verbennen die Versicherer mit Vermittlern unnötig Geld?
Verbennen die Versicherer mit Vermittlern unnötig Geld?Quelle: Segovax / www.pixelio.de / PIXELIO
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Vergleichsportal, Vermittler, Versicherer – alles eine Frage der Kosten

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Versicherungsabschlüsse sind online einfacher, schneller und günstiger. Das ist die Theorie vieler Kunden, wie der Erfolg von Vergleichsseiten nahelegt. Doch wie so häufig ist eine einfache Rechnung nur auf den ersten Blick schlüssig.

Immer wieder bestätigen Studien, dass der Verbraucher den Online-Abschluss zunehmend präferiert. Zuletzt besagte eine Umfrage des Schweizer Softwareherstellers Adcubum, dass sich 69 Prozent der Bundesbürger vorstellen können, eine Versicherung komplett online abzuschließen. Je jünger der Kunde desto onlineaffiner ist er, so lautet die allgemeine Rechnung dieser und vieler ähnlicher Studien. Allerdings gibt es fast ebenso oft Studien und Aussagen die nahelegen, dass der Kunde online vergleicht aber den Abschluss aus Vertrauensgründen bei seinem Berater tätigt.

 

Damit fahren die Kunden nicht unbedingt schlechter. Die Verbraucherschützer warnen bereits, dass die Rechnung "Versicherung plus Internet gleich günstig" nicht aufgeht. Wirklich gute Angebote würden bei vielen Vergleichsseiten erst spät in den Auflistungen erscheinen. Je nach Produkt müsste der Verbraucher zudem viele Details zum gewünschten Schutz eingeben, um das beste Preis-Leistungsniveau zu erreichen. Doch viele Kunden würden sich vom Preis blenden lassen, beklagen die Schützer. Das klingt fast wie eine Bitte der Verbraucherschützer gegenüber dem Kunden, einen Berater aufzusuchen. Wie sich die Zeiten ändern.

 

Dass eine Versicherung online oft nicht günstiger ist als vom Vertreter oder Makler, ist einfach erklärt. Das Internet ist für die Versicherer kein kostenfreier Vergnügungspark. Die Leistungen müssen teuer eingekauft werden, sei es bei Vergleichsportalen mittels Abschluss- und Bestandsprovision oder bei Google in Form von guter Sichtbarkeit bei Suchanfragen. Die Kosten sind so hoch, das einzelne Versicherer bereits nicht mehr mit Portalen zusammenarbeiten und diese mitunter verklagen, siehe der Streit zwischen Check24 und Huk.

 

Wie man es auch dreht und wendet, der Versicherer hat beim Abschluss Kosten, sei es gegenüber den Vermittlern oder Google und Co. Diese wird der Kunde mit dem Abschluss auf die eine oder andere Weise mitbezahlen, aber das ist keinesfalls ein versicherungstypisches Problem.  

Vergleichsportal · Versicherungsvermittler · Vertriebskosten · Verbraucherschutz
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