Handelskonflikt zwischen den USA und China
Handelskonflikt zwischen den USA und ChinaQuelle: dpa
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Trump befeuert Handelskonflikt mit China - Kreditversicherer sorgen sich um Wachstum

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Handelskonflikt zwischen den USA und China beherrscht seit Monaten die internationalen Schlagzeilen. In dieser Woche nun sollten die Handelsgespräche zwischen beiden Seiten in die entscheidende Runde gehen. Den vorherrschenden Optimismus auf eine Einigung machte US-Präsident Donald Trump derweil wieder mit zwei Tweets praktisch zunichte. Die Kreditversicherer sorgen sich derweil mehr um das globale Wachstum als um die Zölle.

So hatte der US-Präsident am Wochenende angekündigt, die Strafzölle auf Importe aus China am kommenden Freitag von zehn auf 25 Prozent erhöhen zu wollen. Damit verband er auch die Option, "demnächst" auch den meisten restlichen Warenverkehr sanktionieren zu wollen. Damit machte Trump letztlich die monatelange Kleinarbeit der US-Verhandler praktisch nahezu überflüssig. Die Antwort aus Peking kam jedenfalls prompt: Man sei "überrascht" und werde "nicht mit der Pistole auf der Brust" verhandeln. Dennoch kündigte die chinesische Führung an, die Tür für die geplante Fortsetzung der Verhandlungen weiter offen zu halten. Auch denn der genaue Stand der Gespräche bislang unbekannt ist - die plötzlichen Kehrtwenden Trumps sind in China mittlerweile längst bekannt.

 

Die Kreditversicherer schauen indes mit wachsender Sorge auf den Handelskonflikt zwischen den USA und China. So rechnet Euler Hermes im ersten Halbjahr dieses Jahres mit einem Wachstum des Welthandels unterhalb der Zwei-Prozentmarke. Erst im zweiten Halbjahr erwarten die Experten eine leichte Erholung mit einem Zuwachs von zwei bis vier Prozent. Allerdings ist der nächste Einbruch im ersten Halbjahr 2020 bereits in Sicht, wenn sich die Wirtschaft in China und den USA weiter abschwächt, heißt es beim Kreditversicherer weiter. "Die Aussichten für deutsche Exporteure sind also weiterhin alles andere als rosig. Sie sind diejenigen, die die Unsicherheiten am stärksten zu spüren bekommen. Meist auch ohne
zeitlichen Verzug. Das Wachstum bei Investitionen in führenden Exportnationen wie Japan, Deutschland oder Südkorea ist parallel zur Eskalation des Handelskonflikts im zweiten  Halbjahr 2018 eingebrochen und dümpelt seither vor sich hin. Der Streit schwelt nun seit einem Jahr. Eine Einigung wäre also überfällig, damit 2019 wenigstens die Option auf eine weiche Landung der Wirtschaft bleibt", konstatiert Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes in Deutschland. "Wenn sich das Wachstum abschwächt und Handelsbarrieren in den größten Volkswirtschaften zunehmen, trifft es die Schwächsten zuerst", glaubt der Manager.

 

Dabei seien die Zölle "noch nicht einmal das größte Problem. Die Unsicherheit kostet im schwelenden Handelskonflikt wesentlich mehr Wachstum als die Zölle. Das ist ähnlich wie beim Brexit - auch da ist die Unsicherheit und mangelnde Planbarkeit der größte Faktor in der Krise, ganz egal, wie am Ende das Ergebnis aussieht", ergänzt Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Euler Hermes Gruppe und stellvertretender Chefvolkswirt der Allianz. "Beide Nationen sind darauf erpicht, ihren wirtschaftlichen und politischen Einfluss auszuweiten. China wird sicherlich Zugeständnisse machen, aber sie werden nicht unendlich sein. Ob das Präsident Trump ausreicht, bleibt allerdings abzuwarten. Es ist allerdings eher unwahrscheinlich, dass dies die Ungleichgewichte zwischen den beiden Ländern wirklich grundlegend abbaut - von strategischen Themen wie der chinesischen Agenda 'Made in China 2025' zur Stärkung des eigenen Industriestandorts, dem Schutz von geistigem Eigentum oder fairem Handel ganz zu schweigen", glaubt der Ökonom.

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