Die ausgebrannte russische Aeroflot-Maschine in Moskau.
Die ausgebrannte russische Aeroflot-Maschine in Moskau.Quelle: dpa
Politik & Regulierung

Millionenschaden nach Absturz einer Aeroflot-Maschine in Moskau

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
In Moskau musste am Flughafen Scheremetjewo eine  Suchoi Superjet 100 der Airline Aeroflot wegen eines Feuers an Bord notlanden. Dabei kamen 41 der insgesamt 78 Passagiere und Besatzungsmitglieder ums Leben. Medienberichten zufolge befinden sich darunter auch Kinder. Als Unglücksursache kommen derzeit mehrere Gründe in Frage. Der Schaden dürfte dabei in die Millionen gehen.

Demnach soll das Flugzeug beim Landeanflug mehrfach auf den Boden geprallt und dabei in Flammen aufgegangen sein. Ersten Erkenntnissen zufolge soll dabei ein Treibstofftank geplatzt sein. Nachdem die Maschine zum Stillstand gekommen war, wurden die Notrutschen im vorderen Teil des Flugzeuges aktiviert worden sein. Der hintere Teil des Flugzeuges vollständig aus. Die Feuerwehr konnte den Brand indes erst nach 45 Minuten vollständig löschen. 

Die Ermittler gehen derzeit von mehreren möglichen Unglücksursachen aus. Neben einer mangelnden Qualifikation der Piloten und des technischen Personals und einem technischen Versagen werden auch Wettereinflüsse wie ein Blitzschlag in Betracht gezogen. Dabei zählt das 2011 in Dienst gestellte Flugzeugmodell zu den modernsten Flugzeugen in Russland. Die Unglücksmaschine selbst ist erst zwei Jahre alt. Bislang wurden etwa 180 Maschinen dieses Typs ausgeliefert. Größter Kunde ist dabei mit Abstand die russische Fluggesellschaft Aeroflot. 

 

Inzwischen sollen die Flugschreiber - der Sprachrekorder aus dem Cockpit und der Flugdatenschreiber - im Wrack gefunden worden sein. Die Ermittler erhoffen sich dabei weitere Erkenntnisse über die Unglücksursache. Allerdings dürften die Auswertungen noch einige Tage andauern. Aeroflot selbst will laut einem Bericht von Spiegel Online für jedes Todesopfer fünf Millionen Rubel (rund 69.000 Euro) an die Hinterbliebenen zahlen. Die Maschine selbst wird mit einem Listenpreis von 35,4 Mio. US-Dollar aufgeführt. Legt man den Zeitwert für Schadenhöhe zugrunde, dürfte dieser bei derzeit etwa 25 Mio. US-Dollar liegen.

 

Bislang gab es in der Vergangenheit zwei Unfälle mit der Maschinen dieses Typs: So starben bereits 2012 bei einem Vorführungsflug in Indonesien alle 45 potenziellen Kunden, als die Maschine gegen einen Berg geprallt war. Im Oktober 2018 gab es mit einer anderen Maschine bei der Landung zwar ein Fahrwerksproblem. Allerdings war dabei kein Passagier zu Schaden gekommen.

Aeroflot · Flugzeugabsturz · Moskau
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