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Jugendliche glauben immer weniger an faire Altersvorsorge

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Geht es um die Rente der heutigen Jugendlichen (17 bis 27 Jahre) in Deutschland, scheint das Vertrauen in eine faire Altersversorgung zunehmend zu schwinden. So kommt die aktuelle Jugendstudie des Versorgungswerkes Metallrente zu dem Ergebnis, dass immer weniger von ihnen regelmäßig für das Alter sparen. 
Laut Studie bilden demnach nur 48 Prozent aller 17- bis 27-Jährigen entsprechende Rücklagen fürs Alter. In den letzten neun Jahren ist diese Quote laut Metallrente um sieben Prozent gesunken. Regelmäßig sparen sogar nur 32 Prozent der jungen Erwachsenen für die Rente, heißt es weiter. Waren es 2010 noch 39 Prozent. Haben 2010 immerhin 66 Prozent der jungen Sparer Geld fürs Alter zurückgelegt, ist die Altersvorsorge heute nur noch für 56 Prozent von ihnen ein Spargrund. Dabei orientieren sich die jungen Erwachsenen noch sehr stark an den eigenen Eltern. Legen diese "sehr viel Wert" auf ihre eigene Altersvorsorge, dann eifern 58 Prozent der jungen Generation ihren Eltern nach.

Auch die finanzielle Situation der jungen Leute beeinflusst ihre Vorsorge fürs Alter: 58 Prozent derer, die ihre finanzielle Lage als "sehr gut" bezeichnen, legen für ihr Alter Geld zurück. Dagegen tun dies nur 26 Prozent jener, die ihre finanzielle Situation als "schlecht" oder "sehr schlecht" beschreiben. Zwei Drittel würden zudem geringe Schwankungen ihrer Rente in Kauf nehmen, wenn sie dafür mit einer insgesamt höheren Leistung rechnen könnten als bei Renten mit dem gegenwärtigen Garantiezins von unter einemProzent. 

 

Zudem fordert eine große Mehrheit der Jugendlichen vom Staat, seine Verantwortung für die Altersversorgung wahrzunehmen. Eine gute staatliche Rente sei demnach machbar, wenn der entsprechende politische Wille vorhanden sei, meinen inzwischen 84 Prozent. 2010 waren 74 Prozent dieser Auffassung. 56 Prozent der Jugendlichen, die zwar sparen - aber nicht fürs Alter - sind sogar überzeugt, dass allein der Staat für die Altersvorsorge zuständig ist. Ein kompletter Transfer der Verantwortung für die Alterssicherung auf den Einzelnen findet so gut wie keine Akzeptanz. Zudem sind viele Jugendliche der Ansicht, zu wenig über das Thema Altersvorsorge zu wissen: Nur weniger als ein Drittel der Befragten kennt sich in diesem Bereich aus. Gleichzeitig wünschen sich 92 Prozent verständlichere Informationen zum Thema Altersvorsorge. 87 Prozent wollen in der Schule auch über Altersvorsorge informiert werden. 93 Prozent der jungen Erwachsenen wollen ein Online-Portal, in dem sie zu sämtlichen erreichten Ansprüchen aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Altersvorsorge Informationen finden.

 

"Die jungen Leute wollen es einfach und gut. Eine rein individuelle Altersvorsorge hat bei ihnen weniger Akzeptanz als kollektive Systeme. Institutionelle Lösungen auf der Basis tarifvertraglicher Vereinbarungen der Sozialpartner könnten diese Aufgabe durch Mechanismen wie Langzeitorientierung, kollektive Kapitalanlage und nachhaltige Einbindung der Beschäftigten meistern. Außerdem würden sie relativ zügig eine durchgreifende Breitenwirkung erzielen. Das Sozialpartnermodell könnte also die Altersvorsorge entscheidend voranbringen. Davon hätten besonders die jungen Menschen umfassende Vorteile", kommentiert Heribert Karch, Geschäftsführer der Metallrente, die Ergebnisse der aktuellen Jugendstudie.

Metallrente · Altersvorsorge
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