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Berkshire Hathaway: Hinweise auf Buffett-Nachfolge verdichten sich

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Vieles war wie immer auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung von Berkshire Hathaway in Omaha, Nebraska. Warren Buffett in Champagnerlaune. Rund 40.000 Anteilseigner aus aller Welt haben vergangenen Samstag den wahrscheinlich ungewöhnlichsten Unternehmenslenker Amerikas gefeiert. Und doch gab sich der Berkshire-Chef an manchen Stellen nachdenklich.

Erst vor wenigen Tagen hatte sich Berkshire Hathaway erstmals mit Aktien des weltgrößten Online-Händlers Amazon eingedeckt. Buffett sagte, dass einer seiner Investmentmanager, Todd Combs oder Ted Weschler, in Amazon investiert habe. Buffetts Kompagnon und Berkshire-Vize-Chairman Charlie Munger räumte unterdessen ein, es versäumt zu haben, bei Google einzusteigen.

 

Zum Jahresauftakt liefen die Geschäfte für Buffett rund. Dank Kursgewinne bei Aktienbeteiligungen konnte die Anlagegesellschaft Berkshire Hathaway wieder einen satten Überschuss ausweisen. Dieser summierte sich im ersten Quartal auf 21,7 Mrd. Dollar. Im Vorquartal hatte noch ein Minus von 25,4 Mrd. in den Büchern gestanden, vor Jahresfrist ein Fehlbetrag von 1,1 Mrd. Das Betriebsergebnis stieg um fünf Prozent auf 5,6 Mrd. Dollar.

 

Wer löst Buffett ab?

 

Buffett hatte am Samstag zudem einen Hinweis auf mögliche Nachfolger an der Spitze seiner Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway gegeben. Er lobte die Manager Gregory Abel und Ajit Jain. "Man kann keine besseren Manager als Greg und Ajit haben. Was sie erreicht haben, ist einfach fantastisch", sagte Buffett.

 

Buffett und sein 95 Jahre alter Geschäftspartner Charlie Munger sind seit Jahrzehnten die Stars bei den Aktionärsversammlungen von Berkshire Hathaway, aber am Samstag durfte auch Jain Fragen von Aktionären beantworten - wenn auch aus dem Publikum heraus und nicht auf der Bühne.

 

Dass demnächst nicht nur Buffett und Munger auf der Bühne sitzen könnten, sondern auch Jain und Abel "ist eine ziemlich gute Idee", räumt Buffett ein. "Wir haben da auch schon darüber diskutiert. Das Format ist nicht in Stein gemeißelt und die beiden sind eh viel besser als wir." Ob das schon nächstes Jahr der Fall sein könnte, ist jedoch unklar. Es wäre eine Zäsur.

 

Der 57-jährige Abel und der zehn Jahre ältere Jain gehören dem Verwaltungsrat von Berkshire Hathaway seit Januar 2018 an. Abel arbeitet seit 1992 für die Energiesparte der Holdinggesellschaft und hat seit mehr als einem Jahr die Aufsicht über alle Bereiche mit Ausnahme der Versicherungssparte. Diese wird aktuell von Jain geleitet, der seit 1986 bei Berkshire Hathaway ist.

 

Ein Abschied von Buffett würde eine neue Ära für die Holdinggesellschaft einläuten. Ihr Aktienwert gilt allein wegen seiner Präsenz an der Konzernspitze als zehn bis 15 Prozent zu hoch. Einige Experten gehen davon aus, dass Berkshire Hathaway ohne Buffett aufgespalten werden könnte. Zu Berkshires 190 Mrd. Dollar schwerem Aktienportfolio gehören unter anderem Anteile an Apple, das größte Investment des Konzerns, Bank of America und Coca-Cola.

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