Krankenhausrechnungen sind meist falsch
Krankenhausrechnungen sind meist falschQuelle: S. Hofschläger / www.pixelio.de / PIXELIO
Politik & Regulierung

Kliniken zu doof zum Rechnung schreiben? Jede zweite Forderung überhöht

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Ist das Unfähigkeit oder Betrug? Über 50 Prozent aller geprüften Krankenhausabrechnungen im Jahr 2017 waren fehlerhaft. Die Kliniken mussten laut Medienberichten 2,8 Mrd. Euro an die Kassen zurückzahlen. Bei der letzten Erhebung 2012 waren es 1,7 Mrd. gewesen.

Die Zahlen gehen auf eine Auswertung des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung zurück, die die "Neue Osnabrücker Zeitung" veröffentlichte. Der Spitzenverband fordert eine "schwarze Liste", damit korrekte und schummelnde Krankenhäuser "klar unterschieden" werden können. Weiterhin will der Verband "gesetzlicher Regelungen" erreichen, um notorische Falschabrechner zu bestrafen. Das fehlerhafte Rechnungen bisher "keine Konsequenzen für die Krankenhäuser" nach sich ziehen, ist wohl eines der Dinge, die schwer nachzuvollziehen sind.

 

PKV sieht keine Probleme

 

Auf die Frage, ob die privaten Kassen von dem Phänomen aufgrund der unterschiedlichen Abrechnung von Leistungen verschont bleiben, schreibt der Verband: "Wir beim PKV-Verband haben keine Kenntnis darüber, wie häufig (vermeintliche) Falschabrechnungen vorkommen resp. in welcher Form die einzelnen Versicherungsunternehmen damit verfahren. Der PKV-Verband darf aus wettbewerbsrechtlichen Gründen keine Empfehlungen zum Umgang mit Verdachtsfällen geben, "schwarze Listen führen" oder ähnliches. Jedes Mitgliedsunternehmen hat aber ggf. eigene Daten über Betrugsfälle."

 

Zum Vorgehen bei der Abrechnung sagt der PKV-Verband: "Grundsätzlich lässt sich sagen: Der Versicherte muss zunächst seine Rechte an den privaten Krankenversicherer abtreten, damit dieser tätig werden kann. Damit hat der Versicherer dann alle Rechte, die der Patient auch hat. Er dürfte z.B. Unterlagen anfordern. Liegen mehrere Verdachtsmomente gegen einen Leistungserbringer vor, wird das Unternehmen ggf. Strafanzeige stellen. Auch unterstützen die Unternehmen die Recherchen der Staatsanwaltschaften, wann immer diese, z.B. in Fällen vermuteten Abrechnungsbetrugs, darum bitten."

 

Anmerkung der Redaktion: Sehr gerne hätte VWheute auch eine Stellungnahme vom Gesundheitsministerium bekommen, eine Anfrage blieb bis Redaktionsschluss allerdings unbeantwortet.

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