Vorstand und Aufsichtsrat der Munich Re stellen sich den Fragen der Aktionäre im Rahmen der Hauptversammlung in München.
Vorstand und Aufsichtsrat der Munich Re stellen sich den Fragen der Aktionäre im Rahmen der Hauptversammlung in München.Quelle: Alexander Kaspar
Unternehmen & Management

HV der Munich Re wählt Nikolaus von Bomhard neuen Aufsichtsratsvorsitzenden

Von Alexander KasparTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Nikolaus von Bomhard, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Münchener Rück Aktiengesellschaft, ist nach zweijähriger "Cooling-off-period" von der Aktionärsversammlung zum Nachfolger von Bernd Pischetsrieder gewählt worden. Pischetsrieder war seit 2013 Aufsichtsratsvorsitzender beim größten Rückversicherer der Welt. Mit ihm scheidet auch der frühere SAP-Vorstandsvorsitzende Henning Kagermann aus dem Aufsichtsgremium aus. Personalfragen und die zukünftige strategische Ausrichtung des Konzerns waren die beherrschenden Themen der diesjährigen Hauptversammlung, die insgesamt, angesichts der positiven Zahlen die der Vorstand präsentierte, in Harmonie verlief. 

Daniela Bergdolt, Vertreterin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und gefürchtete Rednerin auf Hauptversammlungen brachte es auf den Punkt: "Es war ein sehr gutes Jahr für das Unternehmen. Die Dividende ist wieder einmal gestiegen und der Kurs entwickelt sich positiv" und an Munich Re-Chef Joachim Wenning direkt gerichtet sagte Bergdolt: "Ihre Bilanz ist gut, danke schön!" Ein solches Lob darf der Vorstand durchaus persönlich nehmen, denn für überschwängliche Sympathiebekundungen ist die Aktionärsschützerin nicht gerade bekannt. Bergdolt war es auch, die etwas Salz in die Suppe brachte, als sie nach dem Vortrag Wennings zum abgelaufenen Geschäftsjahr mit Blick auf das Schlagwort Digitalisierung konkrete Aussagen einforderte: Wie hoch sind die Kosten, fragte Bergdolt (100 Mio. Euro in der Rückversicherung, so der Vorstand in seiner Antwort) und wie weit geht die Verschlankung der Abläufe, bzw. der Personalabbau? (vorerst erledigt). Wie und wo generieren sie weiteres profitables Wachstum, was versichern sie bei Cyber tatsächlich und wie verbessern sie das Kapitalanlageergebnis fragte die Aktionärsschützerin weiter?

 

Damit legte Bergdolt den Finger in die Wunde, denn 2,8 Prozent "sind Durchschnitt, das müssen sie doch besser können!" "Ich will viel mehr wissen!" forderte Bergdolt zum Schluss und bekam dazu auch Ihre Antworten. 2,8 Prozent sind, so der neu installierte Investment Officer Nicholas Gartside, angesichts niedriger Zinsen kein Durchschnitt, aber sicher wolle man noch besser werden. Profitables Wachstum könne weltweit geschaffen werden, schließlich präsentieren sich ganze Landstriche, Länder, Mittelständler und Privathaushalte stark unterversichert und beim Thema Cyber wolle man sich mindestens zehn Prozent vom weltweiten Kuchen, der derzeit vor allem in den USA verteilt wird, sichern.

 

Hendrik Schmidt von DWS Investment lobte zwar die Entwicklung bei der Munich Re Tochter Ergo, wollte aber wissen, ob dies ein Zeichen für eine stärkere Intergation in den Gesamtkonzern sei (Ja!) oder ob nicht ein Verkauf die bessere Variante wäre (Nein, so Wenning)? Mit Blick auf eine Häufung von Aufsichtsratsmandaten bei den Kandidaten v.  Bomhard und Kurt Wilhelm Bock wollte sich Schmidt jedoch, ganz unabhängig von der erwiesenen Expertise beider Kandidaten, bei der Wahl der beiden zum Aufsichtsrat der Stimme enthalten. Der Vorwurf ist angekommen im Vorstand und Aufsichtsrat, so Versammlungsleiter Pischetsrieder in seiner Antwort und man darf davon ausgehen, dass dieser Umstand wohl demnächst bereinigt wird.

 

Hans-Martin Buhlmann von der Vereinigung Institutioneller Privatanleger (VIP) wollte in seinem Redebeitrag vom Vorstand wissen, wie denn genau die Zukunftsvision aussieht. Mit welchen Ertragsambitionen die Konzernführung in die Zukunft blickt, wie die Geschichte bei Ergo weitergeht und wie weiteres profitables Wachstum generiert werden soll, skizzierte Vorstandssprecher Wenning zum Schluss seiner Rede vor dem bis auf den letzten Platz gefüllten Auditorium. Hier im Video seine Kernaussagen.

 

Neu in den Aufsichtsrat gewählt wurden Nikolaus von Bomhard und Karl-Heinz Streibich. Wiedergewählt wurden: Ann-Kristin Achleitner, Kurt Wilhelm Bock, Clement B. Booth, Benita Ferrero-Waldner, Ursula Gather, Gerd Häusler, Renata Jungo Brüngger und Maximilian Zimmerer. Der Aufsichtsrat von Munich Re besteht damit aus elf Männern und neun Frauen. Acht der zwanzig Mitglieder gehören erstmals dem Aufsichtsrat an. Zudem beschloss die Vollversammlung eine Erhöhung der Dividende auf nunmehr neun Euro und 25 Cent. Damit bleibt die Munich Re, wie Wallstreet-Online textet die "Dividendenperle" im Dax.

Nikolaus von Bomhard · Munich Re
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