Konzernsitz der Generali Deutschland
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Generali schließt Verlauf der Lebensparte an Viridium ab

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Generali hat den Verkauf ihrer Lebensparte an die Viridium Gruppe abgeschlossen. Wie beide Unternehmen am Dienstagabend mitteilten, übernimmt Viridum 3,8 Mio. Verträge. Rund 300 Mitarbeiter der Generali Leben an den Standorten Hamburg und München wechseln zur Viridium Gruppe.
Der Run-off-Spezialist verwaltet künftig ein Vermögen von rund 60 Mrd. Euro. Dabei übernimmt Viridium 89,9 Prozent der Anteile an der Generali Leben. Die Generali Deutschland behält 10,1 Prozent der Anteile sowie einen Sitz im Aufsichtsrat. Der Kaufpreis liegt bei einer Milliarde Euro.

Darüber hinaus wurden der Generali Group 882 Mio. Euro an Darlehen erstattet.

 

"Deutschland ist für uns ein Schlüsselmarkt, in dem wir wachsen wollen. Mit dieser Transaktion schließen wir die industrielle Transformation der Generali Deutschland ab. Wir bekräftigen unsere Position als zweitgrößter Erstversicherungskonzern im deutschen Markt und wir stärken unsere Führungsposition in der fondsgebundenen Lebensversicherung und bei Biometrieprodukten. Die durch den Verkauf von Generali Leben frei gewordenen Ressourcen werden zur Unterstützung des Wachstums umgeschichtet", kommentiert Generali-Vostandschef Philippe Donnet den Vollzug.

 

"Wir freuen uns, dass Viridium nun die Verantwortung für die Kunden der Generali Leben und ihre Verträge übernehmen darf. In den kommenden Monaten konzentrieren wir uns stark auf die Integration, damit die Kunden der Generali Leben von den Vorteilen unserer einheitlichen, effizienten Plattform profitieren können", ergänzt Heinz-Peter Roß, CEO der Viridium Gruppe.

 

Die Bafin hatte bereits im April den Verkauf der Generali Leben an Viridium genehmigt. Demnach seien die Finanzaufseher davon überzeugt, dass im Falle des geplanten Erwerbs der Generali Lebensversicherung AG durch die Viridium Gruppe die Belange der Versicherten ausreichend gewahrt seien. Daher sei man nach intensiver Prüfung zu der Auffassung gelangt, dass keine Untersagungsgründe vorliegen, heißt es bei der Bafin in einer kurzen und knappen Mitteilung.

 

Allerdings sorgt die Entscheidung in der Branche auch für erhebliche Kritik. Während der Deal für Maxpool-Chef Oliver Drewes gar einer "Bankrott-Erklärung" gleichkommt, sieht BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein darin einen "Sündenfall in der Lebensversicherung". Verdi-Versicherungsexpertin Martina Grundler fürchtet gar einen "Dammbruch, der negativ auf die Branche abstrahlen wird".

 

Die Finanzaufsicht selbst hat mit einem Verkauf von Lebensversicherungsbeständen hingegen scheinbar wenig Bauchschmerzen. Demnach sei ein Run-off "kein Verrat am Kunden, sondern eine legitime unternehmerische Entscheidung", betonte Bafin-Präsident Felix Hufeld. "Durch einen Unternehmensverkauf darf kein Versicherungsnehmer schlechter gestellt werden. Dies stellen wir bei Bedarf durch geeignete Maßnahmen sicher", erläuterte zudem der Exekutivdirektor der Versicherungsaufsicht, Frank Grund.

 

Der Verkauf der Altbestände ist Teil eines grundlegenden Umbaus der Generali Deutschland.

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