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Köpfe & Positionen

Anton Buchhart: "An die 'sichere' Anlage glaube ich grundsätzlich nicht"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Wie investieren die Versicherer ihr Kapital in Zeiten von Niedrigszins am sinnvollsten? Und gibt es überhaupt eine "sichere" Anlage? "An die 'sichere' Anlage glaube ich grundsätzlich nicht. Selbst bei Cash ist aus dem Inflationsblickwinkel betrachtet erst mal nur die Kaufkraftvernichtung vergleichsweise sicher", glaubt Anton Buchhart, Chefanleger der Barmenia.

"Als Anleger für unsere Kundengelder muss unsere Leistung grundsätzlich darin bestehen, nicht eine sichere Anlage, sondern den richtigen Portfolio- und damit Risikomix zu finden, der unsere Leistungsversprechen erfüllt", betont der Versicherungsmanager im Interview mit dem Finanzmagazin Private Banking. "Daneben können wir für den Kunden in relativ risikoarme Portfoliobestandteile investieren, zu denen er selbst zum Beispiel unter Größengesichtspunkten keinen Zugang hätte. Schließlich ist der Risikoausgleich über mehrere Marktzyklen auf der Zeitachse hinweg keine theoretische Lehrbuchgröße, sondern eine Realität, die sich zum Beispiel in aktuell relativ stabilen Überschussbeteiligungen in der Lebensversicherung darstellt", erläutert Buchhart weiter.

 

Dabei scheinen Debt-Fonds derzeit von besonderem Interesse zu sein. "Immobilienfinanzierungen werfen insbesondere in langen Fristen - und besonders diese sind für die Kapitalanlage in der Personenversicherung interessant – Renditen ab, die zu Immobilienrenditen in konservativeren Sektoren wenig Abstand haben. Die einzelnen Finanzierungsspielarten bieten Stufen bei der Partizipation an Immobilienrisiken und entsprechenden Renditen. Fondslösungen schaffen hierfür einen diversifizierenden Mantel", erläutert Buchhart.

 

Allerdings spielen auch neue Anlagemöglichkeiten eine relevante Rolle zu spielen."Wir sind zunehmend dabei, Teile von markt- beziehungsweise börsengehandelten Kreditrisiken in nicht marktgehandelte Kreditrisiken zu tauschen. Im Bereich gedeckte Papiere ersetzen wir beispielsweise mit langlaufenden Immobiliendarlehen die Pfandbriefe, im Bereich Kreditrisiken Unternehmensanleihen durch Private Debt. Hintergrund sind die Verzerrungen der marktgehandelten Risikoprämien durch die Geldpolitik der EZB und interessante Illiquidtätsprämien", erläutert der Chefanleger der Barmenia.

Barmenia · Anton Buchhart
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