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Politik & Regulierung

Verzicht auf Fixum bringt freien Handelsvertretern Freiheiten

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das monatliche Fixum für freie Handelsvertreter ist in der Regel nur ein frei verrechenbarer Vorschuss, welcher sodann von der Gesellschaft zurückgefordert werden kann. Das Fixum hat nichts mit einem regulären Arbeitnehmergehalt zu tun, erklärt der Anwalt Tim Banerjee und warnt vor Prozessen.

Freie Handelsvertreter sind laut Handelsgesetzbuch Unternehmer. Nichtsdestotrotz erhalten gerade Berufsanfänger und Neueinsteiger einer Gesellschaft oftmals ein monatliches Fixum, um ein Basiseinkommen sicherzustellen. Banerjee, Rechtsanwalt bei Banerjee & Kollegen in Mönchengladbach und Experte für Vertriebs- und Handelsvertreterrecht, betont aber, dass Handelsvertreter dabei auf bestimmte Fallstricke achten sollten. "Das monatliche Fixum ist in der Regel nur ein frei verrechenbarer Vorschuss, welcher sodann von der Gesellschaft zurückgefordert werden kann. Das Fixum hat nichts mit einem regulären Arbeitnehmergehalt zu tun, das in der Folge durch die Provisionen erhöht werden kann."

 

Der Anwalt macht "regelmäßig die Erfahrung, dass Unternehmen die Zahlungen an ihre Handelsvertreter später sogar als Druckmittel einsetzen". Er erklärt: "Durch das monatliche Festgehalt türmen sich im Laufe der Zeit auch höhere Summen an, die der Handelsvertreter natürlich erst einmal verdienen muss. Schafft er dies nicht, befindet er sich in einer Verteidigungsposition und kann von der Gesellschaft dementsprechend aufgefordert werden, alles dafür zu tun, die bisherigen Zahlungen auszugleichen. Das kann zu harten Einschnitten in der Tätigkeit des freien Handelsvertreters und in der Zusammenarbeit mit der Gesellschaft führen".

 

Was Sie tun sollten

 

Der Rechtsanwalt betont daher, dass freie Handelsvertreter bei ihren Verträgen besser auf ein Fixum verzichten sollten. Es sei sinnvoller, die unternehmerische Tätigkeit ohne monatliches Festgehalt zu planen, um sich später keinen Rückforderungen aussetzen zu müssen. Das sei insbesondere wichtig, wenn es irgendwann zur Vertragsauflösung und damit zur Berechnung des Handelsvertreterausgleichsanspruches kommen sollte.

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