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KapitalausstattungQuelle: Andreas Hermsdorf / PIXELIO (www.pixelio.de)
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Assekurata: Lebensversicherer bauen Kapitalausstattung weiter aus

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Lebensversicherer haben in diesem Jahr bereits zum dritten Mal ihren Bericht zur Eigenmittelausstattung und Risikosituaton unter Solvency II veröffentlicht. Die Ratingagentur Assekurata hat diese nun ausgewertet und kommt zu dem Schluss: Die 84 Gesellschaften konnten ihre Kapitalausstattung unter Solvency II nochmals ausbauen.

Demnach erfüllen die deutschen Lebensversicherer laut Untersuchung zum Jahresende 2018 die aufsichtsrechtliche Solvenzquote im Schnitt zu rund 491 Prozent. Zum Vergleich: Ende 2017 lag diese bei 451 Prozent. Allerdings seien in den Quoten auch die Übergangsmaßnahmen und die Volatilitätsanpassungen eingerechnet, wodurch die Zahlen vielfach höher ausfallen, heißt es bei Assekurata weiter. "Obwohl die Anrechenbarkeit der Übergangsmaßnahmen jährlich um rund sechs Prozent abnimmt, kann damit ein Großteil der Versicherer die Quote stärken", konstatiert Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse und Bewertung bei Assekurata.

 

Weitere Gründe für die verbesserte Kapitalausstattung sehen die Analysten auch in einem etwas höheren Zinsniveau an den Kapitalmärkten sowie eine eigenmittelschonendere Produktpolitik der Lebensversicherer. Auch die ZZR-Methodenänderung hat nach Ansicht von Assekurata maßgeblich zu den gestiegenen Quoten beigetragen. "Dies erklärt auch, wieso viele Versicherer mit garantielastigem Altbestand in diesem Jahr einen deutlichen Anstieg der aufsichtsrechtlichen Quoten verzeichnen konnten. Langfristig wird die marktweit zu beobachtende Neujustierung des Geschäftsmodells zu garantierärmeren Produkten die Werte weiter stabilisieren, wobei die deutschen Lebensversicherer im internationalen Vergleich bereits hohe Solvenzquoten aufweisen", betont Assekurata-Experte Heermann.

 

Allerdings sei die Spannweite zwischen den einzelnen Anbietern noch immer recht groß, heißt es weiter. So verteilen sich die SCR-Quoten von rund 140 Prozent bis knapp über 1.000 Prozent. Spitzenreiter sei dabei die Swiss Life mit einer Quote von 1.071 Prozent, gefolgt von der Sparkassenversicherung Sachsen (1.034 Prozent) und der Mecklenburgischen (997 Prozent). Den stärksten Anstieg verzeichnete dabei im letzten Jahr die Süddeutsche von 469 Prozent auf 957 Prozent. Den stärksten Rückgang verzeichnete die Nürnberge mit 554 Prozent (2017:761 Prozent).

 

Und dennoch scheint offen zu sein, ob die Solvenzquoten jemals ein adäquater Vergleichsmaßstab sein werden. "Vergleichbar mit einer Fieberkurve sind sie ein Indikator für den aktuellen Gesundheitszustand der Unternehmen, indem sie die Höhe der Kapitalausstattung im Solvency-II-Modell komprimiert widerspiegeln. Letztlich kann die Solvenzquote aber nur ein Merkmal von vielen sein. Einen umfassenden finanziellen Check-up über ein breit angelegtes und zukunftsgerichtetes Rating ersetzen die Solvenzquoten nicht", erläutert Heermann.

 

Bereits vor wenigen Tagen hatte Policen Direkt eine ähnliche Analyse veröffentlicht. Das Ergebnis: Die Solvenzquoten der 84 Lebensversicherer haben sich im vergangenen Jahr im Schnitt um 9,57 Prozent verbessert. Allerdings stehen zwölf Unternehmen mit einer Nettoquote unter 100 weiter in enger Manndeckung der Finanzaufsicht Bafin.

Solvenzquoten · Lebensversicherer · Assekurata
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