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ÄrztinQuelle: Tim Reckmann / PIXELIO (www.pixelio.de)
Märkte & Vertrieb

PKV: Privatpatienten bringen Landärzten höhere Umsätze

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der PKV-Verband hat sein Herz für die Landärzte entdeckt. Demnach sei die Bedeutung der Privatpatienten in den ländlichen Regionen Deutschlands größer als bislang angenommen, heißt es in einem neuen Regionalatlas für den Freistaat Bayern. Damit will der PKV-Verband den Vorwurf widerlegen, dass die Unterschiede bei der Zahl der Privatpatienten zu einer ungleichen Verteilung von Ärzten in der Stadt und auf dem Land beitragen würde.

So führt die Studie aus, dass Ende 2017 insgesamt 8.753.400 Menschen in Deutschland privat krankenvollversichert waren. Dies entspreche im Bundesdurchschnitt einem Marktanteil von 10,6 Prozent, konstatiert der PKV-Verband in seinem Regionalatlas. Von den Privatversicherten insgesamt nutzen im Krankheitsfall 1,64 Mio. Menschen die medizinische Infrastruktur in Bayern. Damit seien in Bayern 12,7 Prozent der Bevölkerung privatversichert.

 

Dies komme vor allem den Ärzten auf dem Land zu Gute, betont der Verband weiter. Die Begründung. Weil Privatpatienten auf dem Land im Schnitt älter sind und weil in den Ballungszentren Mieten, Gehälter und andere Kosten höher liegen, sei der Mehrumsatz auf dem Land besonders wertvoll: Landärzte in Bayern profitieren laut Regionalatlas von Mehrumsätzen im Realwert von durchschnittlich 65.000 Euro pro Jahr, in den Praxen der Metropolen sind es 53.000 Euro. 

 

Da sich die Studienautoren in ihrer Untersuchung jedoch nicht an Stadt- und Kreisgrenzen, sondern an Raumordnungsregionen orientieren, verringere sich die Spanne beim Anteil der Privatpatienten auf 9,2 Prozent (Raumordnungsregion Main-Rhön) bis 17,6 Prozent (Raumordnungsregion München). "Die Regionaldaten widerlegen die These, dass sich Ärzte angeblich seltener in ländlichen Regionen niederlassen, weil es dort weniger Privatversicherte gibt", konstatiert PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther.

 

So verwundert es nicht, dass der PKV-Verband in den Plänen einer Bürgerversicherung keine bessere Verteilung von Ärzten in Deutschland erkennen mag. "Wer die Mehrumsätze der Privatpatienten streicht, gefährdet die medizinische Versorgung durch niedergelassene Ärzte auf dem Land stärker als in den Städten", meint Reuther. Nach dem Regionalatlas für den Freistaat Bayern will der PKV-Verband die Analysen für weitere Bundesländer veröffentlichen. 

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