Schülerin - braucht sie Wirtschaftsunterricht
Schülerin - braucht sie WirtschaftsunterrichtQuelle: Tim Reckmann / www.pixelio.de / PIXELIO
Politik & Regulierung

NRW will Wirtschaftsunterricht und stößt auf Kritik

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das Bundesland Nordrhein-Westfalen plant die Einführung von Wirtschaftsunterricht, doch die Opposition ist strikt dagegen. Hätte die zuständige Ministerin Yvonne Gebauer (FDP) in den vergangenen Tagen VWheute gelesen, hätte Sie den Ärger vorhersehen können.

Die Regierung in NRW, bestehend aus CDU und FDP, will das Schulfach Wirtschaft und Politik nach den Sommerferien in den Mittelstufen der Gymnasien und ab dem Jahr 2020/21 an allen anderen Schularten einführen. Gegen den Plan ist die Opposition aus Grünen und SPD in Kombination mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Die Gegner fordern mehr politische Bildung im Lehrplan anstatt Wirtschaftskunde. Zudem gibt es Kritik, dass nicht genügend ausgebildete Lehrer zur Verfügung stünden.

 

Debatte in der Nussschale

 

Mehr politische Bildung oder ökonomische Kenntnisse, was ist wichtiger für junge Menschen? Die Meinungen divergieren nicht nur in NRW.  Das Bundesland Baden-Württemberg, in Sachen Bildung führend, setzt auf Wirtschaftsunterricht. Kultusministerin Susanne Eisenmann, erklärt den Gedanken dahinter: "Es geht darum, jungen Menschen ein ökonomisches Grundverständnis zu vermitteln, aber auch darum, die Jugendlichen bei ihrer Berufswahl zu unterstützen. Praktisches Wirtschaftswissen sowie die Auseinandersetzung mit sozialen Themen und Fragen schließen sich dabei nicht aus." Eisenmann (CDU) ist also beim Thema inhaltlich auf Seiten der Regierung von Nordrhein-Westfalen und pro Finanzbildung.

 

Ein anderes Bundesland und stetiger Pisa-Test-Sieger, geht das Thema anders an. "Wer Gedichte interpretieren kann und knifflige Matheaufgaben löst, wird auch beim Verstehen von Versicherungsunterlagen, Bezahlen von Rechnungen, der Budgetplanung und Ausfüllen von Verträgen keine Probleme haben", erklärt der Freistaat Sachsen.Es scheint keine Frage der Partei zu sein, ob eine Landesregierung pro Wirtschaftsunterricht ist oder nicht. Sowohl Sachsen als Baden-Württemberg sind CDU regiert, jeweils mit anderem Koalitionspartner.

 

Die Versicherungswirtschaft würde die Einführung des Schulfaches begrüßen, wie unter anderem der ehemalige GDV-Präsident Alexander Erdland und Gothaer-Vorstand Oliver Brüß bestätigen. In seltener Einigkeit sind auch die Verbraucherschützer pro Wirtschaftsunterricht an Schulen eingestellt, doch es bleibt das Grundproblem, dass die Schulstunden begrenzt sind, es aber immer neue und (vermeintlich wichtigere) Inhalte zu vermitteln gibt.

 

In einem vertraulichen Gespräch mit einem Mitarbeiter der Bildungsministerkonferenz bekannte dieser, dass viele Interessensgruppen Einfluss auf die Inhalte des Unterrichts nehmen wollen. Die (teilweise) guten Vorschläge betreffen beispielsweise Programmier-Ausbildung oder Ernährungskunde.

 

Ist eine Grundausbildung in Sachen IT, Ernährung und Gesundheit, oder intensiverer politischer Bildung, wie in NRW gefordert, wichtiger als Wirtschaftsunterricht? Die Entscheidung ist in NRW noch nicht gefallen, die Regierung hat im Landtag eine Mehrheit von einer Stimme.

Bildung · Finanzwirtschaft · Nordrhein-Westfalen
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