Alter Computer (Amiga) - veraltete Hard- oder Software ist ein beliebtes Ziel von Hackern
Alter Computer (Amiga) - veraltete Hard- oder Software ist ein beliebtes Ziel von HackernQuelle: magicpen / www.pixelio.de / PIXELIO
Unternehmen & Management

Ist die private Cyberversicherung eine Mogelpackung?

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das sich im Internet Kriminelle tummeln, ist nicht die neuste Erkenntnis. Das die privaten Cyberversicherungen beim Ausgleich von Schäden nicht gut genug leisten, hat schon eher Newscharakter. Das dem so ist, hat jetzt die Verbraucherzentrale NRW festgestellt.

Betroffene würden häufig auf finanziellen Schäden bei Cyberangriffen sitzen bleiben, auch wenn sie einen Schutz hätten, warnen die Verbraucherschützer laut Weser Kurier. "Bevor Verbraucher extra eine Cyberversicherung abschließen, um sich dagegen zu schützen, sollten sie ihre bestehenden Verträge besser prüfen." Der Abschluss einer speziellen Cyberversicherung lohne sich selten. Die Angebote seien oft unübersichtlich, der Leistungsumfang meist uneinheitlich und der Schutz häufig lückenhaft.

 

In der Regel würden die Versicherer nur dann einen Schaden übernehmen, wenn Versicherte eine Firewall sowie einen Virenscanner nutzen würden, zudem sei die Versicherungssumme meist auf 10.000 Euro begrenzt.

 

Das sagt die Gothaer

 

Die Kölner schreiben zur Deckungssumme: "Wie alle Versicherer wollen auch wir erste Erfahrungen in diesem neuen Markt machen und haben die Grenzen in der Höhe gewählt. Aus unserer Wahrnehmung sind die Grenzen auskömmlich. Die Zeit und die Schadenerfahrung wird aber zeigen, wie sich der Markt in diesem Bereich entwickeln wird."

 

Den Einwand der Verbraucherschützer, dass nur bei einem bestehenden Eigenschutz gezahlt werde, kann die Gothaer bestätigen.Der Versicherungsnehmer darf beispielsweise keine Passwörter weitergeben und muss eine Sicherheitssoftware verwenden, bei der automatischen Updates aktiviert sind. Das ist laut Gothaer nötig, da der Kunde "grundsätzlich auch zur Schadenminderung und -begrenzung verpflichtet ist".

 

Das Angebot der Kölner wirkt, entgegen dem pauschalen Vorwurf der Verbraucherschützer nicht lückenhaft. Die Gothaer hat bei "Vermögensschäden aufgrund missbräuchlicher Verfügung Dritter auf Konten" eine Höchstschadensumme von 15.000 Euro in drei Fällen pro Jahr, wobei eine Mehrfachnutzung eines erschlichenen Datenzugangs als ein Fall zählen. Bei "Vermögensschäden auf Grund von Konflikten mit Online-Händlern" beträgt die Jahreshöchstentschädigung 7.500 Euro, ebenfalls in drei Fällen.

 

Natürlich muss der Kunde am Ende selbst wissen, ob die Prämie die den Schutz wert sind, eine klassische Kosten-Nutzen-Rechnung. Die Cyberversicherung unterscheidet sich in diesem Punkt nicht von jeder anderen Schadenversicherung. Die geforderten Hürden wie Virenschutz und Sicherung der Passwörter sollte in der heutigen Zeit Standard sein.

Cyberversicherungen · Verbraucherzentrale · Cyberschutz
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