Rententopf
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Politik & Regulierung

In 2018 erstmals Rückschlag für Riester-Rente

Von Manfred BrüssTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Im vergangenen Jahr war die Zahl der Riester-Verträge erstmals leicht rückläufig. Nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) gab es Ende 2018 noch 16,597 Millionen Riester-verträge. Das waren im Vergleich zum Vorjahr rund 10.000 weniger (16,607 Millionen). Die Marke von 16.000 Millionen war im Jahr 2013 erreicht worden. Seitdem stagniert das Geschäft mit der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge. Hinzu kommt, dass gut ein Fünftel der Verträge nicht mehr aktiv bespart wird.

Das Ministerium veröffentlich immer nur die Bestandsveränderungen. Es gibt aber durchaus Bewegung bei der Riester-Rente. Beispielweise haben nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die Versicherer im vergangenen Jahr rund 300.000 neue Riester-Verträge abschließen können. Berücksichtigt man die Bestandsveränderung per Ende 2018 dann lag die Vertragszahl aber um rund 62.000 niedriger bei noch 10,819 (10,881) Millionen. Das heißt eben auch, dass das Neugeschäft nicht ausgereicht hat, um die Abgänge von etwa 362.000 Verträge zu kompensieren.

Weiterhin positive Entwicklung bei Fondsparplänen und Wohnriester

Nach den Daten des Ministeriums konnten Investmentfonds die Zahl ihrer Riester-Verträge mit rund 60.000 auf 3,293 (3,233) Millionen am kräftigsten ausweiten. Auch der 2008 eingeführte Wohn-Riester erfreut sich einer weiter steigenden Beliebtheit. Die Vertragszahl bei der Eigenheimrente stieg um etwa 43.000 auf rund 1,810 Millionen. Da aber auch die Riester-Banksparpläne um etwa 50.000 auf noch 676.000 abnahmen, ergab sich per Saldo erstmals bei Riester ein Rückgang um etwa 10.000 Verträge. Insgesamt wird die staatlich geförderte Altersvorsorge durch das anhaltende Niedrigzinsumfeld belastet.

 

Der GDV drängt schon seit längerem um eine Ausweitung des Kreises der Förderberechtigten. Riester gilt generell als zu kompliziert, und auch häufige Rückforderungen von Zulagen verärgern viele Riester-Sparer. Die Regierungskoalition will gemeinsam mit der Versicherungswirtschaft ein kostengünstiges, standardisiertes neues Riester-Produkt entwickeln. Der GDV kämpft auch für eine Anhebung der Fördergrenze auf vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze, statt der starren 2.100 Euro im Jahr. Die staatlich geförderte Riester-Rente gibt es seit dem Jahr 2001. Sie ist nach dem damaligen Arbeits- und Sozialminister Walter Riester benannt worden.

Riester-Rente · Bundesarbeitsministerium
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