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Politik & Regulierung

BdV: "Verbraucherfeindliche Kalkulation der Gothaer wird sich als nicht rechtskonform erweisen"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
An Selbstvertrauen mangelt es dem Bund der Versicherten (BdV) nicht. Die Verbraucherschützer hatten gegen die Gothaer wegen "maßlos hoher Kosten" bei seinem Riester Produkt "ReFlex" verklagt und erstinstanzlich gewonnen. Der Versicherer ging in die Berufung, der BdV gibt sich vor der vor dem erneuten Gerichtsgang siegesgewiss.

Die Einschätzung von BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein ist eindeutig: "Die verbraucherfeindliche Kalkulation der Gothaer wird sich auch in der nächsten Instanz als nicht rechtskonform erweisen". Die angekündigte Korrektur der Abschlusskostenkalkulation beanstandet der BdV nicht, sieht allerdings nur eine "kosmetische Verbesserung". Kleinlein kritisiert: "Auch weiterhin möchte die Gothaer überzogene Abschlusskosten über die Zillmerung hinaus ansetzen."

 

"Wenn der Vorstandsvorsitzende Herr Kurtenbach behauptet, alle Versicherer würden bis zum Anschlag zillmern, dann ist das schlichtweg falsch. Es ist selbstverständlich möglich, auch ungezillmerte Tarife und auch Tarife gänzlich ohne Abschluss- und Vertriebskosten zu kalkulieren, wie zum Beispiel sogenannte Nettotarife", fährt der Versicherungsmathematiker Kleinlein fort.

 

Im Rechtsstreit um ihre Riester-Rente ReFlex hatte die Gothaer eine Niederlage vor dem Landgericht Köln eine Niederlage gegen den BdV erlitten. Dabei monierte das Gericht nach Aussage einer Sprecherin "ausschließlich die Verteilung der Abschlusskosten über die Laufzeit". Die Gothaer selbst will den Richterspruch indes nicht akzeptieren und legte nun Berufung ein.

 

So werde man bei einer Komponente der Abschlusskosten nachbessern. Leben-Vorstand Michael Kurtenbach betonte indes bei der Bilanz-Pressekonferenz, dass das Riester-Produkt beim Bundesamt für Steuern ordnungsgemäß eingereicht und zertifiziert worden sei: "Wir haben dafür einen Stempel bekommen".

 

Am Ende wird also das Gericht das letzte Wort in der Frage haben, ob die Gothaer "maßlos" ist oder ob richtig kalkuliert wurde. Wird gegen den Versicherer entschieden, ist das auch eine Ohrfeige für das Bundeszentralamt für Steuern, die den Tarif nicht beanstandeten. Weitere Klagen gegen zertifizierte Tarife könnten folgen.

BdV · Gothaer · Riester-Rente
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