Schule, Hort des Wissenes?
Schule, Hort des Wissenes?Quelle: S. Hofschläger / www.pixelio.de / PIXELIO
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Die Finanzbildung an Schulen ist mangelhaft

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Schüler wollen nichts über Geld wissen – sagen die Alten. Zu wenig Finanzbildung, schlechte Qualität und das in Verbindung mit mangelndem Interesse auf Seiten der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, ergibt die Note mangelhaft für Finanzbildung. Das zeigt eine Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA).

Nach eigener Einschätzung haben nur 13 Prozent der Befragten eine gute Finanzbildung in der Schule erhalten. Rund drei Viertel äußerten sich gegenteilig. Ähnlich negativ fällt das direkte Qualitätsurteil aus. Finanzbildung werde zu wenig und zu schlecht betrieben, meinen rund zwei Drittel. Es sind vor allem die Jüngeren, die besonders häufig (74 Prozent) zu dieser Einschätzung gelangen.

Das dieser Umstand nicht optimal ist, weißt Dorothea Mohn, Verbraucherzentrale Bundesverband: "Natürlich wäre es gut, junge Menschen in der Schule gezielt auf Dinge vorzubereiten, die später bei finanziellen Entscheidungen wichtig sind, wie die Aufnahme eines Kredites, den Abschluss von Versicherungen oder Anlageentscheidungen. Würden hier die Kompetenzen verbessert, wäre das gut."

 

Jugendlich nicht an Finanzwissen interessiert?

 

Noch auffälliger ist ein anderer Trend in der Studie: Je mehr die Befragten verdienen, desto häufiger stimmen sie der Aussage zu, dass die Finanzbildung im Schulunterricht zu wenig oder nur schlecht vermittelt wird. Gerade bei höheren Einkommen wird das zu Schulzeiten erlangte Wissen als unzureichend eingeschätzt. Mit zunehmenden Einkommen stehen vermehrt Finanzentscheidungen an, dafür fühlt sich eine große Gruppe durch den Unterricht offenkundig unzureichend vorbereitet.

 

Es ist aber nicht immer die Schule der Schuldige, sagen die älteren Befragten. Eine Mehrheit konstatierte in der Umfrage auch ein zu geringes Interesse der Jugendlichen und jungen Erwachsenen an Finanzbildung. Nur annähernd jeder Fünfte war gegenteiliger Meinung. Mit 23 Prozent gab es aber zugleich eine große Gruppe, die keine Antwort wusste.

 

Die Jüngeren selbst sehen das anders. Unter den 18- bis 24-Jährigen attestierten lediglich 45 Prozent den Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein zu geringes Interesse an Finanzbildung. In den anderen Altersgruppen lag der Anteil zwischen 53 und 62 Prozent.

 

Bundesländer sind bereit für mehr Finanzunterricht

 

Trotz aller Probleme wird die Schule mehrheitlich knapp als ein geeigneter Ort für die Finanzbildung von Jugendlichen angesehen (54 Prozent). Je höher der eigene Schulabschluss ist, desto häufiger wird die Schule als geeignet bezeichnet.

 

Die Bundesländer sind sich dieser Verantwortung bewusst. Kultusministerin Susanne Eisenmann, Baden-Württemberg: "Es geht es darum, jungen Menschen ein ökonomisches Grundverständnis zu vermitteln, aber auch darum, die Jugendlichen bei ihrer Berufswahl zu unterstützen. Praktisches Wirtschaftswissen sowie die Auseinandersetzung mit sozialen Themen und Fragen schließen sich dabei nicht aus."

 

Das Land Sachsen geht das Problem ein wenig anders an, dort ist Allgemeinbildung Trumpf: "Wer Gedichte interpretieren kann und knifflige Matheaufgaben löst, wird auch beim Verstehen von Versicherungsunterlagen, Bezahlen von Rechnungen, der Budgetplanung und Ausfüllen von Verträgen keine Probleme haben", erklärt der Freistaat in der ausführlichen VWheute-Geschichte zum Thema Finanzbildung.

 

Bildung · Ausbildung · Deutsches Institut für Altersvorsorge
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