Natur ist schützenswert - die Versicherer wissen das.
Natur ist schützenswert - die Versicherer wissen das.Quelle: roja48  / www.pixelio.de / PIXELIO
Schlaglicht

Earth Day: Versicherer vereint für Umweltschutz

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Am kommenden Ostermontag ist Earth Day. Dass es um Mutter Erde nicht allzu gut bestellt ist, wird jeder Nachrichtenleser bestätigen können. An der Versicherungsbranche liegt das weniger, die ist stets bemüht, die Umwelt zu schützen - und das nicht nur aus Selbstinteresse heraus.

Normaler- und natürlicherweise stehen die großen Umweltprojekte der Versicherer im Mittelpunkt des medialen Interesses. Wenn die Allianz oder die Axa sich aus dem Geschäft mit Kohle zurückziehen, dann ist das mediale Interesse groß. Oftmals sind es aber nicht die großen Geschichten, wie der Munich Re Wetter-Risken-Schutz für Schwellenländer, die das Umweltbewusstsein der Branche zeigen, sondern die vielen kleinen Schritte. Anders als ein Industrieunternehmen kann ein Versicherer keine alternativen Fertigungsverfahren entwickeln oder bessere Luft- und Wasserfilter einsetzen, um Ressourcen zu schützen.

 

Sehr wohl können die Unternehmen aber wie ein Privathaushalt an Papier, Strom und Mobilität sparen. Der R+V Konzern, unter anderem ein Agrarversicherer, geht diesen Weg. Das Unternehmen wird bis zum kommenden Jahr auf Umweltpapier umgestiegen sein. "Das sind dann mindestens 80 Prozent Recyclingpapier und der Rest aus nachhaltiger Bewirtschaftung (FSC)", schreibt das Unternehmen. Aktuell liegt die Recyclingpapierquote bei 70 Prozent, weitere fünf Prozent sind FSC-zertifiziert.

 

Der gesamter jährlicher Papierverbrauch liegt bei der R+V aktuell bei knapp 1.500 Tonnen. "Um Papier generell zu sparen, setzen wir zudem auf papierlose Courtageabrechnungen für unsere Vermittler, eine möglichst papierlose interne Rechnungsbearbeitung und insbesondere bei der Privat Police verzichten wir möglichst auf gedruckte AVB." 

Zudem hat das Unternehmen seit dem Jahr 2013 begonnen, seine Standorte auf Ökostrom umzustellen. "Aktuell haben wir alle Standorte umgestellt, sodass fast 100 Prozent der jährlich verbrauchten 25 Mio. kWh Ökostrom sind". Der größte Stromverbraucher sind übrigens die Rechenzentren. Zudem setzt das Unternehmen auf Erdwärme, LED, Skype statt Dienstreisen und baut den Fuhrpark auf E-Autos um.

 

Vereinigte Hagel und MMAgrar setzen auf Marathon und nicht auf Sprint

 

Ein Landwirtschaftsversicherer hat wohl noch einmal einen anderen Blick auf Umwelteinflüsse, sehen sie doch bei ihren Versicherten aus erster Hand, welche Schäden Umweltverschmutzung und deren Folgen anrichten können, Stichwort Klimaerwärmung und Unwetter. Die Unternehmen Münchener und Magdeburger Agrarversicherung (MMAgrar) und Vereinigte Hagel versuchen die Umwelt zu schützen und haben erkannt, dass dies ein Marathon und kein Sprint sein kann. "Die übergreifende Aufgabe Nachhaltigkeit ist für das Unternehmen nicht abgeschlossen, sondern ein fortlaufender Prozess", erklärt MMAgrar.

 

Selbst spart das Unternehmen an Papier und begünstigt umweltbewusste Versicherte. Vor allem mit der Einführung des neuen IT-Systems erhofft sich das Unternehmen, Papier und damit Ressourcen einzusparen. "Die Kommunikation mit den Kunden wird dort papierlos, wo das gesetzlich möglich ist." Der Versicherer belohnt seine Kunden zudem für Umweltbewusstsein. Erfolgt die Einreichung des Anbauverzeichnisses der Landwirte digital, "wird der Selbstbehalt um zehn Prozent verringert."

 

Der Mitbewerber Vereinigte Hagel ist beim Thema Umwelt auf einer Wellenlänge. "Wie viele andere Gesellschaften haben auch wir uns vom analogen zum digitalen Unternehmen entwickelt. […] Mit MODIS, der mobilen digitalen Schadenregulierung via Tablet werden sämtliche Daten digital verschickt, so dass heute weder Formulare gedruckt noch unnötige Kilometer mit dem Auto zurückgelegt werden müssen." Zudem setzen die Gießener bei Veranstaltungen auf regionale Produkte, wie es auch Verbraucher tun sollten.

 

Die Umweltliebe der Versicherer geschieht nicht nur aus Selbstlosigkeit. Wie kein anderer Wirtschaftszweig sehen sie den Einfluss von zunehmender Umweltverschmutzung und deren Folgen – bei Rück- und Agrarversicherern gilt das verstärkt. Die Unwettergefahr könnte sogar so weit steigen, dass in bestimmten Bereichen der Erde künftig kein Versicherungsschutz mehr angeboten werden kann.

 

Das ist eine Entwicklung, die kein Erst- oder Rückversicherer wünscht, die aber auch Staaten vor kaum zu lösende Probleme stellen würde. Dass die Unwetter zunehmen werden, bestreitet kaum jemand, doch wer soll den finanziellen Schutz bestimmter Regionen übernehmen, wenn nicht die Versicherer? Viele Staaten dürften ohne Versicherungsschutz sehr schnell an ihre finanziellen Grenzen stoßen. Zuletzt erkannte selbst das reiche Kalifornien seinen Bedarf an einer Absicherung gegen Waldbrände.

 

Umweltschutz tut zweifelsohne Not und die Versicherer versuchen im Großen wie im Kleinen ihren Beitrag zu leisten. Das tun sie auch so gut, dass selbst Greenpeace auf Anfrage schreibt, dass man die Versicherungswirtschaft "nur ausnahmsweise im Blick habe". Aktionen wie die von Urgewald gegen die Hannover Re wegen ihres Kohlegeschäftes sind eher Ausnahmen. Manchmal ist selbst mangelnde Beachtung ein Lob.

 

Abgeschlossen ist der Kampf um Umweltschutz für die Versicherer nie, am schönsten schreibt es die Vereinigte Hagel: "Auch zukünftig werden wir die Augen offenhalten, wenn es um die Einsparung von Ressourcen und den Schutz der Umwelt geht. Dies sind wir unseren Mitgliedern, die unter freiem Himmel wirtschaften und auf Mutter Natur angewiesen sind, einfach schuldig"­ - und nicht nur denen.

Münchener und Magdeburger Agrarversicherung (MMA) · Vereinigte Hagel · R+V · Umweltschutz · Klima
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