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Politik & Regulierung

Warum die Vollkasko bei Bodenwellen nicht greifen kann

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Deutsche mögen Autos und den Komplettschutz desselben. Ärgerlich, wenn trotz der Absicherung kein Versicherungsschutz besteht. Das kann passieren, wenn eine erhebliche Beschädigung als nicht versicherter Betriebsschaden zu werten ist. In vorliegendem Fall ist genau das geschehen.

Ein Fahrer steuerte im Mai 2015 sein Wohnmobil über eine Bodenschwelle auf den kanarischen Inseln. Er hielt sich an das Tempolimit von 50 Stundenkilometern, dennoch entstand beim Überfahren ein Schaden von 16.000 Euro. Diesen wollte er von seinem Vollkaskoversicherer ersetzt haben, meldet kostenlose-urteile.de. Der lehnte ab, es handle sich nicht um einen Betriebsvorgang im Sinne der AKB 2012. Das wollte der Geschädigte nicht auf sich sitzen lassen und zog vor Gericht.

 

Die Justiz stützt den Versicherer

 

Die Gerichte sprachen sich gegen den Geschädigten aus. Das Landgericht Nürnberg-Fürth argumentierte, das Überfahren der Bodenwelle sei als nicht versicherter Betriebsvorgang zu werten. Das Passieren der Unebenheit mit zulässiger Höchstgeschwindigkeit sei kein unvorhersehbares oder außergewöhnliches Ereignis gewesen, "mit dem der Versicherungsnehmer nicht habe rechnen müssen". Bei der Beschädigung habe sich eine Gefahr verwirklicht, der das Fahrzeug "im Rahmen seiner vorgesehen konkreten Verwendungsart üblicherweise ausgesetzt sei".

 

Das Oberlandesgericht stütze diese Auffassung. Maßgeblich für einen Betriebsschaden sei, ob es sich "bezogen auf die beabsichtigte konkrete Verwendung des Fahrzeugs um ein vorhersehbares oder um ein außergewöhnliches Ereignis handle", mit dem der Versicherungsnehmer nicht habe rechnen müssen.Weiterhin stellte das OLG fest, dass ein Verschulden nicht Voraussetzung für das Vorliegen eines bedingungsgemäßen Versicherungsfalls sei.

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