Karsten Eichmann, Vorstandsvorsitzender der Gothaer
Karsten Eichmann, Vorstandsvorsitzender der GothaerQuelle: Monika Lier
Unternehmen & Management

Gothaer schreibt "exorbitant" viel Neugeschäft

Von Monika LierTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Gothaer-Konzern ist 2018 zwar nur „branchen- und strategiekonform“ gewachsen, hat mit einem hohen Neugeschäft aber das Fundament für einen deutlichen Ausbau in diesem Jahr gelegt. "Unser Neugeschäft ist exorbitant gewachsen: 18 Prozent mehr Produktion in Leben, 38 Prozent mehr bei der Gothaer Allgemeinen und 21 Prozent mehr in der Krankenversicherung. Dies wird sich erst in den gebuchten Bruttobeiträgen 2019 niederschlagen", sagte Vorstandschef Karsten Eichmann in der Bilanzpressekonferenz.

Auf dieser Basis rechnet er für den Konzern mit einem höheren Beitragswachstum als im Markt. Zielzahlen für 2019 wollte er nicht nennen.  Wachstumstreiber waren 2018 nach Unternehmensangaben neue Produkte und starke Vertriebe über alle Kanäle hinweg. Noch bis Ende diesen Jahres modernisiert die Gothaer Allgemeine ihre gesamte Produktpalette. Für Oktober 2019 kündigt sie einen Kfz-Tarif für E-Fahrzeuge an. Besonderheit sind dabei die Entschädigung der Batterie zum Neuwert und eine vergleichweise günstige Prämie.


Nach den Erfahrungen mit einer Tesla-Flotte gehe man davon aus, dass E-Autofahrer gute Risiken seien. Zudem soll es einen K-Tarife mit einer Option zur CO2-Neutralität geben. Im Fokus von Komposit steht 2019 die Architektenhaftpflicht sowie Sach-Industrie. Erstere war 2018 ebenso wie das Kraftfahrtgeschäft der Asstel saniert worden.

Beitragseinnahmen der Gothaer im Geschäftsjahr 2018
Beitragseinnahmen der Gothaer im Geschäftsjahr 2018Quelle: Gothaer

Die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2018 stellen sich weit gehend so dar, wie sie der Konzern im Dezember prognostiziert hatte. Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen auf Konzernebene um 2,1 Prozent auf 4,38 Mrd. Euro. Für 2018 wurden bereits die Geschäftsberichte der drei Haupt-Risikoträger vorgelegt, der Konzernabschluss aber noch nicht. Insofern sind die Konzernzahlen noch vorläufig. Der Konzern ist im Übrigen zur Bilanzierung nach HGB-Vorschriften zurückgekehrt, weil der Standard nach IFRS hohe Investitionen erfordert hätte. Beim Konzernjahresüberschuss nach Steuern wird mit 119 (212) Mio. Euro gerechnet.

 

Der Rückgang ergibt sich zum einen aus einer ungünstigeren Versicherungstechnik. Belastet durch hohe Natcat-Schäden erhöhte sich die Combined Ratio auf 95,1 (91,2) Prozent. Des Weiteren fiel das Kapitalanlageergebnis auf 885 (1.297) Millionen Euro. Im Zuge der taktischen Portfoliosteuerung und auch vor dem Hintergrund von Solvency II war 2017 ein Teil einer großen Unternehmensbeteiligung verkauft worden, um deren dominierende Gewichtung innerhalb des Beteiligungsportfolios zu beseitigen.

 

Das Konzerneigenkapital nahm auf 1,16 (1,04) Mrd. Euro zu. Die Solvenzquote auf Gruppenebene wird sich auf 200 (186) Prozent erhöhen; bei der Gothaer Lebensversicherung AG sind es 239 (177) Prozent, bei der Gothaer Krankenversicherung AG 525 (515) Prozent (jeweils nur mit Volatilitätsanpassung).
Karsten Eichmann · Gothaer
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