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Politik & Regulierung

Hund bricht sich bei Sprung nach dem Ball das Bein - haftet der Werfer?

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Ball, Wurf, Hund, Bruch, Klage. Das sind die Parameter eines kuriosen Falles, den das Oberlandesgericht Frankfurt entscheiden musste. Eine Lernmöglichkeit für (Tier-) Haftpflichtexperten.

Ein Mann wirft dem Hund seiner Ex-Partnerin einen Ball zu. Dieser bricht sich beim zu enthusiastischen Sprung nach dem Objekt das Bein. Muss der Werfer haften?

Die Klägerin ist Halterin eines Hundes und seit einigen Wochen vom Beklagten getrennt.  Zum ersten Geburtstag des Hundes besuchte der Ex-Partner Hund und Halterin. Als Geschenk, für den Hund, gab es einen fußballgroßen Ball. Beim Spiel mit dem Vierbeiner sprang dieser so enthusiastisch in die Luft, dass er sich beim Aufkommen das hintere, linke Bein brach. Die Halterin reichte Klage ein.

Sie verlangte von dem Beklagten Schadensersatz in Höhe von knapp 18.000 Euro. Neben den Behandlungskosten auch entgangenen Gewinn, da der Hund infolge der Verletzungen "nicht mehr zuchttauglich sei". Offenbar ist der Hund nicht nur auf das Bein gefallen.

 

Das Urteil

 

Das Oberlandesgericht Frankfurt lehnte die Klage ab, ebenso zuvor die Vorinstanz. Der Knochenbruch sei laut Gericht nicht adäquat-kausal auf das Werfen des Balles zurückzuführen. "Es gehört zum natürlichen Verhalten von - noch dazu jungen - Hunden, dass diese ihrem Spieltrieb nachgeben und hierbei auch springen."

 

Grundsätzlich könne davon ausgegangen werden, dass die "körperliche Konstitution eines Hundes so ist, dass er derartige tiertypische Handlungen ohne Verletzungen durchführen kann". Es sei deshalb gänzlich unwahrscheinlich, dass sich ein Hund bei einem derartigen Verhalten verletze.

 

Sachverständiger Hilfe für die Beurteilung dieses tiertypischen Verhaltens habe es hier nicht bedurft. "Die Beurteilung von tiertypischem Verhalten gehört jedenfalls in den Grundzügen bei verbreiteten Tierarten zu den allgemeinen bekannten Tatsachen", stellte das OLG in seinem Urteil (Az.: 6 U 166/18) klar.

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