Michael Brand, Joachim Schültke, Arne Barinka, Jörg Puchan, Carsten Tobien (v.l.n.r.)
Michael Brand, Joachim Schültke, Arne Barinka, Jörg Puchan, Carsten Tobien (v.l.n.r.)Quelle: Monika Lier
Märkte & Vertrieb

Versicherer auf dem Weg zu IT-Unternehmen

Von Monika LierTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Ohne Cloud Computing wird die Digitalisierung der Assekuranz nach Einschätzung von Achim Heidebrecht nicht gelingen. "Man wird die Betriebskosten nicht so niedrig halten können, wie sie sein müssten", sagte der Technikvorstand der Novum GmbH am Dienstag auf der MCC-Konferenz "Innovatives Bestandsführungsmanagement und Produktmodellierung".

Novum arbeitet selbst seit 2016 ohne eigene Server, sondern greift auf Amazon Web Service zurück und erspart sich damit 90 Prozent der eigenen Verwaltungskosten. Mit der Novum Cloud Plattform arbeitet die Münchener Rück, die dafür "deutlich weniger" als ein Prozent der Bruttobeitragseinnahmen als Miete entrichte. Der Cloud Service erfülle alle Anforderungen an die Compliance. Eine Zertifizierung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen gebe es nicht, aber "die Bafin kennt unsere Cloud", so Heidebrecht. Er rechnet damit, dass die Zertifizierung der EU für Cloud-Dienste im Juli kommen wird.

 

Michael Brand, Geschäftsführer der Bayerischen Digital AG, in der die Bayerische ihre digitalen Aktivitäten gebündelt hat, berichtete, dass sein Haus inzwischen einen stärkeren IT-Fokus habe. Die Bayerische Digital sei organisatorisch an dem im Run-Off befindlichen Versicherungsverein angehangen und stehe damit auf einer Stufe mit den operativen Versicherungsgesellschaften der Gruppe. "Wir sind Teil der Strategie geworden, nicht mehr nur Dienstleister, sondern Business Driver", sagte Brand. Seit 207 baut die Bayerische mit Novum ein neues Bestandsführungssystem auf. Die Krankenzusatzversicherung wird 2019 als erstes Produkt live geschaltet. Die eigene Lösung, eine "vollumfängliche Versicherungs-IT" will man auch Dritten zur Verfügung stellen. "Als Teilnehmer bereichern sie das Ökosystem, wenn Sie Produkte zuliefern, Marktzugänge, Software und Technik oder eigene Dienstleistungen bereitstellen - oder Sie nutzen es", warb Brand.

 

Für Arne Barinka, Vorstand der Ideal Versicherungsgruppe, müssen moderne Bestandsführungssysteme Kommunikationstools für Versicherer, Vermittler und Kunden haben. Dabei müssen die drei Parteien durch einen "integrierten View" die gleichen Informationen (auch hinsichtlich der Vertriebskosten) an der gleichen Stelle vorfinden. Damit der Kunde die Informationen auch abruft, setzt Barinka auf Onboarding mit Link Apps. Das sind personalisierte Mini-Websites mit einem Link.

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