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Talanx steigt bei Start-up Next Big Thing ein

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Talanx steigt über ihre Industrieversicherungstochter HDI beim Berliner Start-up Next Big Thing ein. Der Konzern erhofft sich durch die Investitionen einen Einstieg in den Wachstumsmarkt "Internet der Dinge" sowie in die Blockchain-Industrie, berichtet das Handelsblatt.

"Dank der neuen Technologien und dem Internet der Dinge eröffnen sich dabei nun für uns völlig neue Möglichkeiten. Das kann bedeuten, dass wir andere Versicherungsprodukte bauen können. Oder dass wir ganz neue Services und Leistungen anbieten können. Ein Beispiel: Wir versichern bereits heute Warentransporte. Mit Evertrace ist es bald möglich, diese Lieferungen genauer als je zuvor zu verfolgen. Künftig können wir über die Sensorentechnik rechtzeitig darauf hinweisen, wenn bei Medikamenten zum Beispiel droht, dass die Kühlkette unterbrochen wird, oder unseren Kunden Hinweise zur Optimierung der Versandwege geben, um zum Beispiel Schiffsrouten oder Häfen mit höherem Risiko von Beschädigung der Ware zu vermeiden", wird HDI-Global-Vorstand Thomas Kuhnt zitiert.

 

"Natürlich möchten wir künftig unsere tiefe Kenntnis des Versicherungssektors stärker bei Next Big Thing mit einbringen. Wir planen deshalb, den Anteil der Start-ups, die einen Versicherungsbezug haben oder interessante Services im Feld der Assekuranz wie beispielsweise die Risikoprävention bieten können, zu erhöhen", ergänzt Kuhnt. Eine komplette Übernahme schließt der HDI-Manager hingegen aus. "Das würde nicht dem Geist entsprechen, aus dem diese Beteiligung entstanden ist. Für uns ist Next Big Thing kein Finanzinvestment oder eine Tochterfirma, sondern wir glauben, dass wir gemeinsam sehr interessante Lösungen im Bereich Internet der Dinge entwickeln können, die wiederum unseren Kunden helfen können. Ebenso wie uns nicht Next Big Thing gehört, sind viele der betreuten Start-ups im Portfolio selbständige Unternehmen. Es geht also nicht vornehmlich darum, eine kleinere Firma zu besitzen, sondern gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Da befruchten wir uns gegenseitig."

 

"Nein, das würde ich nicht so sehen – das ist in meinen Augen nicht vergleichbar. Munich Re hat Relayr komplett gekauft und führt die Firma nun unter ihrem Dach. Next Big Thing und HDI bauen dagegen auf Kooperation und Zusammenarbeit, um gemeinsam neue digitale Geschäftsmodelle und Services auf den Weg zu bringen. Wir sind und bleiben weiter ein eigenständiges Unternehmen", ergänzt auch Next-Big-Thing-Gründer Harald Zapp gegenüber dem Handelsblatt. Für andere Versicherer sei man hingegen nicht offen. "Nein, das ist eine exklusive Vereinbarung. Wir haben mit dem HDI einen starken Partner gefunden. Es würde für uns daher keinen Sinn machen, jetzt andere Versicherer an Bord zu holen.", so Zapp.

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