Politik & Regulierung

Bafin genehmigt Run-off der Generali Leben an Viridium

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat den Verkauf der Generali Leben an Viridium genehmigt. Demnach seien die Finanzaufseher davon überzeugt, dass im Falle des geplanten Erwerbs der Generali Lebensversicherung AG durch die Viridium Gruppe die Belange der Versicherten ausreichend gewahrt seien.

Daher sei man nach intensiver Prüfung zu der Auffassung gelangt, dass keine Untersagungsgründe vorliegen, heißt es bei der Bafin in einer kurzen und knappen Mitteilung. Demnach stelle der eine geschäftspolitische Entscheidung dar. An den Verkauf seien laut Bafin jedoch strenge gesetzliche Anforderungen geknüpft, welche "die Wahrung der Belange der Versicherungsnehmer zum Ziel haben". Zudem sei neben der finanziellen Ausstattung des Erwerbers auch die technische und betriebliche Umsetzbarkeit von besonderer Bedeutung. Daher müsse die Finanzaufsicht davon überzeugt sein, "dass der Erwerber unter anderem über angemessene Strukturen und Pläne zur Fortsetzung und Entwicklung des Unternehmens verfügt."

 

Die Transaktion umfasst vier Millionen Verträge mit garantierten Kapitalanlagen in Höhe von 37 Mrd. Euro. Dabei sollen insgesamt 89,9 Prozent an der Generali Leben an das Unternehmen aus Neu-Isenburg bei Frankfurt gehen. Die Generali selbst behält einen Anteil von 10,1 Prozent. Hinter Viridium stehen der Finanzinvestor Cinven und die Hannover Rück. Die Gruppe verwaltet derzeit bereits drei kleinere Bestände. Medienberichten zufolge dürfte es noch in diesem Monat zu einem Abschluss des Verkaufs kommen.

 

Allerdings sorgt die Entscheidung in der Branche auch für erhebliche Kritik. Während der Deal für Maxpool-Chef Oliver Drewes gar einer "Bankrott-Erklärung" gleichkommt, sieht BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein darin einen "Sündenfall in der Lebensversicherung". Verdi-Versicherungsexpertin Martina Grundler fürchtet gar einen "Dammbruch, der negativ auf die Branche abstrahlen wird".

 

Die Finanzaufsicht selbst hat mit einem Verkauf von Lebensversicherungsbeständen hingegen scheinbar wenig Bauchschmerzen. Demnach sei ein Run-off "kein Verrat am Kunden, sondern eine legitime unternehmerische Entscheidung", betonte Bafin-Präsident Felix Hufeld. "Durch einen Unternehmensverkauf darf kein Versicherungsnehmer schlechter gestellt werden. Dies stellen wir bei Bedarf durch geeignete Maßnahmen sicher", erläuterte zudem der Exekutivdirektor der Versicherungsaufsicht, Frank Grund.

 

Der Verkauf der Altbestände ist Teil eines grundlegenden Umbaus der Generali Deutschland.

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