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Politik & Regulierung

Wenn der Anwalt die Versicherung betrügt

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Justiz soll bei Versicherungsbetrug für faire Prozesse sorgen. Blöd, wenn ein Vertreter des juristischen Standes sein Wissen nutzt, um sich selbst auf Kosten der Versicherer zu bereichern. Einem gefallenen Anwalt droht jetzt deswegen ein Berufsverbot.

Ein Steueranwalt aus der brandenburgischen Hauptstadt droht der Verlust der Berufslizenz nach einem schweren Betrug, melden die Potsdamer Neuesten Nachrichten. Der Anwalt M. war bereits im November 2017 vom Amtsgericht Berlin-Tiergarten wegen schweren Betrugs zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten rechtskräftig verurteilt worden. Mit drei Komplizen habe M. ab 2011 "in drei Fällen diverse Versicherungen betrogen". Damit habe er sich eine "nicht unbedeutende, fortlaufende Einnahmequelle" gesichert, erklärten die ermittelnden Behörden.

 

Das Quartett war kreativ, mit einem fiktiven Rechtsstreit wurde ein Rechtsschutzversicherer geschröpft, mit dem erschwindelten Fall eines Diebstahls einer Computerbestellung eine Transportversicherung. Der Staatsanwalt hatte dem Angeklagten M. eine "besonders gesteigerte kriminelle Energie" konstatiert, er hätte sein Anwaltswissen "in besonders verwerflicher Weise" angewandt, um die Versicherer zu betrügen.

 

Der Schaden betrug insgesamt 10.000 Euro - für vier Personen nicht allzu viel. Für diesen Betrag riskierte M. seine Berufslizenz, gegen die Aberkennung seiner Berufseignung in erster Instanz hat M. Berufung eingelegt. Das Anwaltsgerichts muss nun entscheiden, wie es mit M. beruflich weitergeht.

Versicherungsbetrug · Anwälte · Justiz
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