Dürre, ein großes Problem für Landwirte
Dürre, ein großes Problem für LandwirteQuelle: Versonnen / www.pixelio.de / PIXELIO
Politik & Regulierung

Kommt die staatliche Dürreversicherung?

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Folgen des Klimawandels werden sichtbarer. Im letzten Jahr kam es hierzulande wegen Dürre zu großen Ernteschäden. Nun wollen hochrangige Politiker den Dürreschutz für Landwirte verbessern und dafür teilweise die steuerermäßigte Mehrgefahrenversicherung ändern. Was sagt die Branche dazu?

Trotz aller Technik, ohne Wasser geht in der Landwirtschaft nichts. Das wurde im letzten Jahr deutlich, als die Dürre trotz Staatshilfen in dreistelliger Millionenhöhe zu 2,5 Mrd. Schäden führten. Jetzt will die Politik den Bauern helfen und sich selbst helfen.

 

Der sächsische Minister Thomas Schmidt will das Wetterereignis "Dürre" als zusätzliches Versicherungsrisiko in die steuerermäßigte Mehrgefahrenversicherung aufnehmen lassen. Seit dem 1. Januar 2013 gilt ein besonderer Steuersatz von einheitlich nur noch 0,03 Prozent auf Versicherungen gegen Wetterrisiken wie Sturm, Starkfrost, Starkregen und Überschwemmungen sowie Hagel. Er erleichtert landwirtschaftlichen Betrieben eine kombinierte Versicherung mittels der genannten Mehrgefahrenversicherung.

"Vor dem Hintergrund des Klimawandels müssen wir aber auch die Versicherungen inhaltlich anpassen. So gehört Trockenheit als zusätzliches Versicherungsrisiko in die steuerermäßigte Mehrgefahrenversicherung. Das kann für unsere Landwirte in schwierigen Phasen bedeutsam sein und ist deshalb ein wichtiger Punkt bei der individuellen Risikoabsicherung", erklärte Schmidt laut topagrar.com.

 

Bayern ist mit dabei

 

Ähnliche Töne kommen aus dem südlichen Bundesland. Die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) setzt sich für eine staatliche geförderte Dürreversicherung ein. Die Hälfte der Versicherungsprämie soll gemäß ihrem Vorschlag in der Agrarministerkonferenz der Landwirt bezahlen, ein Viertel der Bund und ein Viertel das Land, meldet die Augsburger-Allgemeine. Die Forderung der Bayern ist nicht neu.

 

In der Versicherungsbranche stoßen die Vorschläge nicht auf taube Ohren: "Eine Förderung der Versicherung böte sicherlich auch in Deutschland einen Anreiz zur privaten, eigenverantwortlichen und finanzierbaren Risikovorsorge, ohne die unternehmerische Freiheit einzuschränken. Die Aufnahme des Wetterrisikos Trockenheit in die steuerermäßigte Mehrgefahrenversicherung ist sicherlich ein erster richtiger Schritt im Sinne der Landwirte.  Wir als Versicherungswirtschaft standen und stehen der Politik mit unserer Fachexpertise gerne beratend zur Verfügung", erklärt die Vereinigte Hagelversicherung.

 

Es wird interessant sein, wie sich die Diskussion entwickelt, denn weniger Klimarisiken sind in nächster Zeit nicht seriös erwartbar, wie die Rückversicherer immer wieder prognostizieren.

Dürre · Klima · Klimawandel · Vereinte Hagel
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