Märkte & Vertrieb

Japanische Versicherer verzichten auf Gentest

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Zuletzt wurde in der Schweiz über die Zulässigkeit von Gentest gestritten. Die Versicherer wollten die Daten nutzen, um besser Tarife kalkulieren zu können. Nun hat die Frage auch Japan erreicht, eine Lösung ist dort auch ohne Politik in Sicht.

Die Versicherungswirtschaft in Japan will eine Richtlinie erlassen, die es Lebens- und Krankenversicherungen verbietet, persönliche genetische Informationen zu sammeln und für Tarifierung oder Prämienanpassungen zu nutzen, meldet sumikai.com, eine Nachrichtenseite mit Fokus auf Japan. Das Ziel der Regelung ist es, genetische Diskriminierung zu verhindern.

 

Derzeit gibt es im Land der aufgehenden Sonne keine Gesetze, die den Versicherern das Sammeln dieser Daten verbieten würde. Die Life Insurance Association of Japan soll nun aber zugesagt haben, dass ihre Mitglieder keine genetischen Informationen zur Entscheidungsfindung verwenden wird. Die Selbstbeschränkung der Versicherer gilt auch dann, wenn ein Kunde von sich aus anbietet, entsprechende Daten zu liefern.

 

Hat Japan ein Diskriminierungsproblem

 

Die Versicherungswirtschaft geriet zuletzt unter Druck, da Gruppen von Betroffenen und deren Unterstützer Bedenken über Diskriminierung geäußert hatten. Die Diskriminierung in Versicherungsfragen scheint in Japan nicht so selten zu sein. In einer Umfrage der japanischen Regierung im Jahr 2017 gaben 300 von 11.000 Befragten an, bereits von einem Versicherungsunternehmen diskriminiert worden zu sein.

 

In der Schweiz war ein Antrag auf Nutzung von Gendaten vor über einem Jahr gescheitert, der Nationalrat sprach sich gegen eine Nutzung aus. In Deutschland gilt das Gendiagnostikgesetzes (GenDG), nachdem es Versichern verboten ist, diese Daten zu verwenden.

Japan · Gentest · Tarifierung
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