Frauen in Vorständen
Frauen in VorständenQuelle: Konstantin Gastmann / PIXELIO (www.pixelio.de)
Politik & Regulierung

Weniger Frauen in den Versicherungsvorständen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Frauenanteil in den Vorstandsetagen der Versicherungskonzerne ist in den vergangenen zwei Jahren gesunken. Gehörten vor zwei Jahren im Schnitt noch zwei Frauen einem Exekutivgremium der Top-Ten-Versicherer an, sieht die Lage nun wieder düsterer aus.

So gehörten allein vor zwei Jahren bei Allianz, Munich Re, Generali Deutschland und Axa Deutschland jeweils zwei Frauen der obersten Führung an. Nun sind heute nur noch die Allianz wie der Munich Re und der Axa  jeweils nur noch eine Frau im Vorstand vertreten. Zudem präsentieren sich die Generali und die Zurich als reine Männerbastion. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung der Börsen-Zeitung.

 

Immerhin: Während allein bei der Allianz Deutschland drei Frauen neben fünf Männern im Vorstand arbeiten, hat die Allianz Krankenversicherung mit Nina Klingspor bereits die zweite Frau an der Unternehmensspitze.

Dennoch sind weibliche Chefs in der Assekuranz weiterhin die absolute Ausnahme - selbst bei den jungen Versicherungs-Start-ups setzt sich die Ungleichverteilung der Geschlechter in der Führung fort. So ist Laura Kauther von Coya ist eine der ganz wenigen Frauen in der Spitze eines Insurtech, berichtet das Blatt weiter. "Die Tech-Branche ist generell männerdominiert", wird Kauther zitiert.

Frauenanteil in Dax-Konzernen
Frauenanteil in Dax-KonzernenQuelle: Statista

Damit liegt die Entwicklung in der Branche augenscheinlich entgegen dem Trend. Laut einer Analyse des Beratungsunternehmens Ernst & Young  ist Anteil von Frauen in den Vorstandsetagen der Dax-, MDax- und SDax-Unternehmen ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen und liegt jetzt bei 8,6 Prozent. Dabei stieg allein der Frauenanteil bei den 30 im Leitindex gelisteten Unternehmen innerhalb eines Jahres um 2,1 Prozentpunkte auf jetzt 14,5 Prozent. Inzwischen haben 77 Prozent der Dax-Unternehmen - also 23 - mindestens ein weibliches Vorstandsmitglied, vor einem Jahr waren es 21, vor zwei Jahren 17 Unternehmen.

 

Deutlich gestiegen ist laut EY auch der Frauenanteil im MDax: von 5,5 auf 7,7 Prozent, die Zahl der Frauen im Top-Management stieg von 13 auf 19. Allerdings beschäftigen gerade einmal 27 Prozent der MDax-Unternehmen mindestens eine Frau im Vorstand. Wenig hat sich hingegen im SDax bewegt: Hier stieg die Zahl der weiblichen Vorstände von 13 auf 14, der Anteil legte marginal von 5,0 auf 5,2 Prozent zu.

 

Ähnlich verhält es sich laut Beratungsunternehmen auch im Mittelstand:  17,1 Prozent der Geschäftsführungsmitglieder im deutschen Mittelstand sind demnach weiblich. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es noch 16,3 Prozent. Zwei Drittel der Unternehmen haben mindestens eine Frau im Vorstand beziehungsweise in der Geschäftsführung.

Dax · MDax · Frauenanteil · SDax